Folgende Situation sei vorgestellt: Ein Mensch, den wir X nennen wollen – wobei fast jeder von uns an die Stelle der Unbekannten einen Bekannten zu setzen wüßte –, will, sagen wir als Arzt, sich niederlassen, und er hat die Wahl zwischen einer Praxis in der Großstadt und einer Praxis auf dem Land. Dabei wollen wir von Besonderheiten des Arztberufes absehen; denn es soll hier ja nicht auf den Beruf, sondern auf die Großstadt hinauslaufen.

CONTRA:

1. In der Anonymität der Großstadtgesellschaft wird einer zur Nummer, zum kleinen Rädchen in einem riesigen, kaum mehr überschaubaren Getriebe; man kennt die Nachbarn nicht (und die Patienten nicht) und den Bürgermeister nur aus der Zeitung.

2. Die allenthalben zu beklagende Verschmutzung der Umwelt erreicht in den Großstädten lebensgefährliche Grade. Das Leben auf dem Lande ist gesünder.

3. Die wichtigsten Lebensmittel sind in der Großstadt teurer als auf dem Lande.

4. Einigermaßen zentral gelegene Wohnungen in der Großstadt sind – da um jeden Quadratmeter auch. Firmen mitbieten für ihre Büros und Konzerne für ihre Warenhäuser – sehr teuer, für NormalVerdiener oft nicht mehr zu bezahlen. Etwas früher so Selbstverständliches wie ein Garten ist im Zentrum der Großstädte zum unerschwinglichen Luxus geworden.

5. Weil das vierte Contra-Argument so wahr ist, landete schon mancher, der in die Großstadt wollte, im Suburbia der Vorstädte und Schlafstädte, die nun ebenso weit entfernt sind von den Attraktionen der Großstadt wie von der Natürlichkeit des Landlebens.