Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann –

Unbedingt:

Volker Kriegel: "Lift!"; Kriegel, Sulzman, Seifert, Taylor, Weber, See, Marshall; MPS 21 21753-1, 22,– DM.

So spannenden Jazz habe ich selten gehört: der Rhythmus von erstaunlicher Gewandtheit, das Stimmengeflecht von bemerkenswerter polyphoner Dichte, die Instrumentation (mit Gitarre, Geige, Celli, Flöte, Saxophon und anderen) schon beinahe bunt, und obendrein glaubt man herauszuhören, daß es dem Sextett Spaß gemacht hat. Auffallend sind die Färbungen, die sich dieser Jazz von nebenan, vom Beat zum Beispiel, dazugeholt hat, und auch der tiefe Wohlklang vieler Stücke fällt auf.

Nach Möglichkeit:

"Heidelberger Jazztage 72"; Kurt Edelhagea Big Band, Association P. C., Brassy Brew, Erwin Lehn Big Band, Karl Berger Company, Hans Koller Free Sound, Tremble, Kids, Art Farmer Quartett, Rhythm Combination & Brass, Naura Quartett, Anima; MPS 29 216555-1, 29,– DM.

Auf diesen zwei Platten hat man "einmal von jedem etwas, bitte": kräftigen Big-Band- und aggressiven Rumpel-Jazz, versonnen versponnene Erwägungen auf schwirrenden Saiten, Träumereien, endlose Free-Jazz-Läufe und Dixieland-Späße, auch prima Flügelhorn-Figuren. Erstaunlich ist, wie farbig Jazz heutzutage ist, ganz offensichtlich vielseitiger und weniger verbohrt, auch gefühlvoller als zuvor.