Treffen mit Sihanouk

Der Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten, Henry Kissinger, wird bei seinem Pekingbesuch im nächsten Monat neben den Repräsentanten der chinesischen Führung noch einen weiteren Gesprächspartner haben: den früheren Herrn über Kambodscha, Prinz Sihanouk. Für dieses Rendezvous wird sich Kissinger bei Tschou En-lai bedanken können. Wie Newsweek meldet, hat er Sihanouk zu verstehen gegeben, daß ein Gespräch mit dem Präsidentenberater "unumgänglich" sei.

Concorde nach Amerika

Im September werden die Amerikaner zum erstenmal Gelegenheit haben, ein Überschallverkehrsflugzeug an ihrem Himmel zu bewundern. Die französische Regierung will eine Concorde zur Eröffnung des neuen Großflughafens Dallas-Fort Worth nach Amerika entsenden. Da überschallschnelle Verkehrsflüge über Amerika jedoch verboten sind, wird die Concorde sich nicht in ihrem vollen Glanze präsentieren können: Beim Flug über amerikanischem Territorium muß sie unter der Schallgrenze bleiben.

Kissinger-Spekulationen

Noch ist ungewiß, ob sich die Gerüchte bewahrheiten, daß Washingtons wirklicher Außenminister Henry Kissinger den amtierenden Außenminister William Rogers ablösen wird. Sicher ist jetzt indes, daß der außenpolitische Berater Nixons so lange in Nixons Dienst bleiben wird, wie der Präsident es wünscht. Kissinger betrachtet die Watergate-Affäre als einen Fall nationalen Notstands und hat deshalb den Plan aufgegeben, schon vor Ablauf der Amtszeit Nixons auszuscheiden: Er will die Kontinuität der amerikanischen Außenpolitik erhalten.

Indische Luftikusse

Die internationale Pilotenvereinigung erwägt einen Boykott der indischen Flughäfen: Anscheinend sind deren Sicherheitsnormen zu lax. Ausgelöst wurden die Erwägungen durch den Fall einer Quantas-Maschine, deren Kapitän bei dichter Bewölkung zu einer Instrumentenlandung ansetzte und erst im letzten Moment entdeckte, daß ihn die Fluglotsen in einem falschen Gleitwinkel anfliegen ließen. Die Inder untersuchen seit dem Absturz einer Boeing 737, bei der am 31. Mai 49 Menschen ums Leben kamen, die Unzulänglichkeiten ihrer Flughäfen und Flugzeugführer. Mehrere indische Flugkapitäne sind jüngst wegen Trunkenheit am Steuerknüppel entlassen worden. In einem Fall startete ein Pilot mit 130 Passagieren an Bord, obwohl seine Fluglizenz abgelaufen war. Eine Maschine der Air India, mit der die Ministerpräsidentin Gandhi flog, verlor jüngst wegen technischer Mängel den Kontakt mit der Bodenkontrollstation.

Eine Art Viehmarkt

Beim Miß-Universum-Schönheitswettbewerb, der dieses Jahr in Athen stattfand, gab es nicht nur Streit, weil sich Miß Libanon neben Miß Israel photographieren ließ. Puristen beklagten, daß im Theater des Herodes Attikus unterhalb der Akropolis die Mädchen im Badeanzug paradierten. Andere kritisierten, daß Horst Buchholz, ein Mitglied der Jury, zuviel Zeit mit Miß Neuseeland verbracht habe. Miß England erklärte, sie finde es lustig, von einem Stierkämpfer (El Cordobés) beurteilt zu werden: "Schließlich ist hier ja eine Art Viehmarkt."

Sadat sucht Ersatz

Eineinhalb Jahre nach der Ausweisung der sowjetischen Berater aus Ägypten sucht Staatspräsident Sadat noch immer Ersatz für die Bedienung der komplizierten Waffen, die die Sowjets hinterlassen haben. Auf seine Bitte hat Nordkorea – das ebenfalls sowjetische Militärausrüstungen besitzt – 30 Spezialisten nach Kairo geschickt. Bisher ließ Sadat sie allerdings nicht an die russischen Raketenstellungen heran. Diplomaten in Nahost vermuten, daß Moskau wegen der engen Beziehungen Nordkoreas zu Peking dagegen Einspruch erhoben hat.

Anderer Präsident

In der ZEIT-Ausgabe Nr. 30 ist uns ein Versehen unterlaufen. In dem Artikel "Wir sind doch keine Verbrecher" auf der Seite "Themen der Zeit" wurde Fabian von Schlabrendorff als Präsident des Bundesverfassungsgerichts genannt. Präsident des Gerichtes ist jedoch Ernst Benda; von Schlabrendorff ist Bundesverfassungsrichter.