Die internationale Pilotenvereinigung erwägt einen Boykott der indischen Flughäfen: Anscheinend sind deren Sicherheitsnormen zu lax. Ausgelöst wurden die Erwägungen durch den Fall einer Quantas-Maschine, deren Kapitän bei dichter Bewölkung zu einer Instrumentenlandung ansetzte und erst im letzten Moment entdeckte, daß ihn die Fluglotsen in einem falschen Gleitwinkel anfliegen ließen. Die Inder untersuchen seit dem Absturz einer Boeing 737, bei der am 31. Mai 49 Menschen ums Leben kamen, die Unzulänglichkeiten ihrer Flughäfen und Flugzeugführer. Mehrere indische Flugkapitäne sind jüngst wegen Trunkenheit am Steuerknüppel entlassen worden. In einem Fall startete ein Pilot mit 130 Passagieren an Bord, obwohl seine Fluglizenz abgelaufen war. Eine Maschine der Air India, mit der die Ministerpräsidentin Gandhi flog, verlor jüngst wegen technischer Mängel den Kontakt mit der Bodenkontrollstation.

Eine Art Viehmarkt

Beim Miß-Universum-Schönheitswettbewerb, der dieses Jahr in Athen stattfand, gab es nicht nur Streit, weil sich Miß Libanon neben Miß Israel photographieren ließ. Puristen beklagten, daß im Theater des Herodes Attikus unterhalb der Akropolis die Mädchen im Badeanzug paradierten. Andere kritisierten, daß Horst Buchholz, ein Mitglied der Jury, zuviel Zeit mit Miß Neuseeland verbracht habe. Miß England erklärte, sie finde es lustig, von einem Stierkämpfer (El Cordobés) beurteilt zu werden: "Schließlich ist hier ja eine Art Viehmarkt."

Sadat sucht Ersatz

Eineinhalb Jahre nach der Ausweisung der sowjetischen Berater aus Ägypten sucht Staatspräsident Sadat noch immer Ersatz für die Bedienung der komplizierten Waffen, die die Sowjets hinterlassen haben. Auf seine Bitte hat Nordkorea – das ebenfalls sowjetische Militärausrüstungen besitzt – 30 Spezialisten nach Kairo geschickt. Bisher ließ Sadat sie allerdings nicht an die russischen Raketenstellungen heran. Diplomaten in Nahost vermuten, daß Moskau wegen der engen Beziehungen Nordkoreas zu Peking dagegen Einspruch erhoben hat.

Anderer Präsident

In der ZEIT-Ausgabe Nr. 30 ist uns ein Versehen unterlaufen. In dem Artikel "Wir sind doch keine Verbrecher" auf der Seite "Themen der Zeit" wurde Fabian von Schlabrendorff als Präsident des Bundesverfassungsgerichts genannt. Präsident des Gerichtes ist jedoch Ernst Benda; von Schlabrendorff ist Bundesverfassungsrichter.