• Zypern

Die politische Lage Zyperns hat sich in der vergangenen Woche schlagartig verschlechtert. Bei Gefechten zwischen Polizei und EOKA-Anhängern des Generals Grivas, der für einen Anschluß der Insel an Griechenland kämpft, gab es mehrere Verletzte. EOKA-Mitglieder sprengten das Polizeihauptquartier in Limassol; auf ihr Konto geht anscheinend auch die Entführung des zypriotischen Justizministers Christos Vakis. Allein, in der Nacht zum Samstag wurden 45 Sprengstoff-Anschläge gezählt; am Montag scheiterte der Sturm auf die Sommerresidenz des Präsidenten Erzbischof Makarios.

  • Nahost

Durch ein Veto der Vereinigten Staaten im Weltsicherheitsrat wurde eine Resolution zu Fall gebracht, mit der Israel wegen seiner Haltung im Nahost-Konflikt getadelt und zum Rückzug aus den besetzten Gebieten aufgefordert werden sollte. Für den Entwurf, der von den blockfreien Ländern eingebracht wurde, stimmten dreizehn der fünfzehn Mitglieder des Sicherheitsrates, unter ihnen auch Frankreich und Großbritannien. China blieb der Abstimmung fern, weil es den Antrag für zu weich hielt.

Während man in New York das Abstimmungsergebnis als einen diplomatischen Erfolg Ägyptens beurteilt, weil Amerika isoliert wurde, haben ägyptische Politiker äußerst heftig auf das amerikanische Veto reagiert. Präsident Sadat, der auch die Sowjetunion wegen ihrer Zusammenarbeit mit Amerika kritisierte, erklärte vor Studenten in Alexandria, von nun an werde sie Ägypten nur noch auf seine eigene Kraft verlassen.

  • Afghanistan

Elf Tage nach den Militärputsch hat der neue Staatschef Mohammed Daud die Verfassung außer Kraft gesetzt und alle Vollmachten des gestürzten Königs und des Parlaments übernommen. Seinem Volk versprach er für die Zukunft eine demokratische Verfassung. Hohe Beamte und Offiziere des alten Regimes sollen wegen Korruption vor Gericht gestellt werden. Daud verwahrte sich gegen Spekulationen, daß die benachbarte Sowjetunion bei dem Putsch ihre Hand im Spiel gehabt habe.