Ungeachtet dessen sind aber die Interessen der DDR ein entscheidendes Faktum. Eine boykottierende DDR würde zum "Schandfleck" der Fußball-WM 1974 degradiert. Eine Rolle, die Ostberlin kaum anzunehmen bereit ist. Nach dem ergebnislosen Magdeburger Treff bezog der Deutsche Sportbund eine Stellung, die in Bonn zu Rätseln Anlaß gab. Während sonst die politscheue Sportführung auf wesentliche politische Sekundant der Bundesregierung mit dem Hinweis verzichtete, der Sportbund verhandele mit dem DTSB zunächst einmal auf der Grundlage der Regeln, Bestimmungen und der Praxis der Internationalen Föderationen und des IOC, machte DSB-Generalsekretär Karlheinz Gieseler bei einer Fernsehdiskussion mit Kanzleramts-Staatssekretär Horst Graben einen eleganten Rückzieher, bei dem er überraschenderweise noch gut aussah. Seine Kritik am Kanzleramt verband er mit der Erkenntnis, Bonn sei jetzt am Zuge.

Die These: Nun muß Egon Bahr an den Start, erzeugt beim DSB eine "Gänsehaut". Zwar versicherte Gieseler wiederholt, es gebe keine Meinungsverschiedenheit mit der Bundesregierung. Doch das Gefühl, ein sich sportpolitisch stärker engagierender Clinch-Minister Bahr bringe eine befriedigende Berlinformel zustande, breitet sich über dem DSB-Haus in Frankfurt langsam aber sicher aus.