• In letzter Zeit haben Mitglieder ihrer Fraktion mehrfach gedrängt, die Arbeiten an der Steuerreform zügig voranzutreiben. Steht dahinter der Verdacht, daß Ihr Koalitionspartner es nicht mehr so eilig hat?

Vohrer: Es scheint so, daß ein Teil der SPD-Fraktion die Eckwertbeschlüsse, die für uns die Grundlage der Steuerreform sind, als etwas zu weich ansieht. Deshalb wollen wir klarstellen, daß, wir zu den Eckwertbeschlüssen stehen und die Steuerreform jetzt wirklich zügig durchziehen wollen.

  • Richtet sich Ihre Kritik auch gegen Minister Schmidt und die Steuerreformgruppe seines Ministeriums?

Vohrer: Ich habe manchmal den Eindruck, daß auch im Verwaltungsapparat die Arbeit an den Gesetzesvorlagen nicht ganz so zügig vorangeht, wie es möglich wäre, Die Grundlagen der Steuerreform müßten von der Verwaltung weitgehend vorbereitet sein. Wir haben der Bevölkerung gesagt, die Steuerreform sei in der 6. Legislaturperiode nur deshalb nicht zustandegekommen, weil diese Legislaturperiode um ein Jahr verkürzt wurde. Deshalb dürfen wir nicht den Eindruck erwecken, daß wir in weiteren vier Jahren bei klaren Mehrheitsverhältnissen immer noch nicht in der Lage sind, die Reform durchzusetzen. Wenn wir sie aber verwirklichen, dann sollte das nicht erst zwei Monate vor den Bundestagswahlen der Fall sein. Denn dann würden die positiven Auswirkungen der Reform den Bürgern kaum bewußt.

• Nach den Ankündigungen des Finanzministeriums werden Sie noch in diesem Jahr die fehlenden Gesetzentwürfe: bekommen. Reicht das für die Arbeiten des Ausschusses?

Vohrer: Wenn wir sie jetzt vorgelegt bekommen, dann werden wir im kommenden Jahr intensiv tagen ...

  • ... auch in Sondersitzungen?