Der deutsche Export ist offenbar nicht totzukriegen." Diese Schlußfolgerung ziehen ausländische Wirtschaftsexperten aus den jüngsten Ausfuhrstatistiken. Obwohl allein im ersten Halbjahr 1973 die Mark gegenüber dem Dollar um rund 35 Prozent aufgewertet wurde, erreichte der Exportüberschuß der Bundesrepublik in der gleichen Zeit mit 12,8 Milliarden Mark eine neue Rekordmarke. Gegenüber dem Franc wurde die Mark in den letzten vier Jahren um 45 Prozent teurer – die deutsche Ausfuhr nach Frankreich stieg dennoch unbeirrt weiter.

Scheinen bisher alle Sorgen um die Folgen der ständigen Aufwertungen für die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie auf dem Weltmarkt unbegründet, so blieben auch die Hoffnungen unerfüllt. Billige Importe trugen wenig dazu bei, das inländische Preisniveau zu drücken. Der Index der Einfuhrpreise lag im Juni um stolze 18 Prozent über dem Stand des Vorjahres.

In der Rückschau erscheint der erbitterte Streit um die Aufwertung vor und im Wahlkampf des Jahres 1969 deshalb eher komisch. Schließlich ging es damals nur um bescheidene 8,5 Prozent. Weder die Gegner noch die Befürworter haben Recht behalten. Die Realität hat sich wieder einmal erlaubt, Lehrbuchweisheiten souverän zu mißachten. mj