Hervorragend:

"Die Mama und die Hure" von Jean Eustache. "Eine Seite des Wahnsinns" von Teinosuke Kinugasa.

Im Fernsehen: "Vor Einbruch der Nacht" (Frankreich/Italien 1971) von Claude Chabrol (West III 8. August).

Sehenswert:

"Total verrockt und rollt" von Sid Levin und Bob Abel. Nach "Keep on Rockin’" von Pennebaker ein weiterer Film auf der von den Plattenfirmen angeheizten und von der Nostalgiestimmung begünstigten Rock-’n’-Roll-Wiederbelebungswelle. Die Autoren montierten geschickt und witzig aktuelle Konzertaufnahmen mit Dokumentarszenen und Filmausschnitten der fünfziger Jahre und manche so deutlich: Rock ’n’ Roll war mehr als eine Musikströmung, war ein Lebensgefühl mit, zumindest anfangs, rebellischem Geist. Ein gelungenes Wiedersehen mit Little Richard, Fats Domino, den Shirells, den Coasters, Chubby Checker und Chuck Berry. Die erste Filmhälfte besticht durch die intelligente Montage auf der mehrfach unterteilten Breitwand, die zweite schlafft merklich ab. HPK

"Donner, Blitz und Sonnenschein" von Erich Engels.

Im Fernsehen: "Die Stumme" (Spanien 1973) von Manuel Gutierrez (ARD 7. August). Gegen den Widerstand der Umwelt versucht ein Schriftsteller einem stummen Mädchen, das mit seinen ebenfalls stummen Bruder in den – fast immer nebelverhangenen – Bergen zurückgezogen lebt, das Sprechen beizubringen. Dieser Debütfilm, mitproduziert vom Münchner Filmverlag der Autoren, lief als offizieller Beitrag Spaniens bei den Berliner Filmfestspielen. Man kann ihn als Parabel über Macht und Ohnmacht der Sprache, sicher auch über die Situation, der Intellektuellen in Spanien interpretieren. Weniger durch solche Bedeutung aber fasziniert der Film als durch seine psychologisch einfühlsame Inszenierung. WOR