Meiner Meinung nach würden wir ohne Hausaufgaben nichts lernen, denn die meisten Schüler brauchen einen gewissen Zwang zum Arbeiten. In den rund 200 Schultagen eines Schuljahres kann man den gesamten Lehrstoff nicht so genau durchnehmen, daß jeder ihn ohne zusätzliche Eigenarbeit versteht und behält. Eine Kürzung des Lehrstoffs aber wäre unmöglich, da dieser ohnehin schon so stark reduziert ist, daß sich intelligentere Schüler langweilen.

Ich finde, man kann den Schülern durchaus zumuten, ein bis zwei Stunden ihrer täglichen Freizeit für ihre Hausaufgaben zu verwenden. Der Unterricht dauert im Höchstfall fünf Stunden, und für die Hausaufgaben benötigt man allenfalls zwei Stunden. Schüler, die einen zweistündigen Schulweg haben, findet man fast nur noch auf dem Lande, und hier ist der Schulweg, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ein Vergnügen und reine Freizeit. Ab 14 Uhr hat der Schüler Freizeit. Von den 7 bis 8 Stunden, bis er ins Bett geht (kaum ein Schüler schläft vor 22 Uhr), müßte er eigentlich zwei Stunden für Hausaufgaben opfern können. Wer sich damit überfordert fühlt, braucht keine höhere Schule zu besuchen!

Heike Jucho, 15 Jahre