Was der Fiskus an der Ausgabe neuer Geldstücke verdient

Sammler, die noch vor einigen Monaten für die Zweimarkmünze mit dem Kopf Konrad Adenauers bis zu zehn Mark zahlten, erlebten eine bittere Enttäuschung: Die 1969 in geringer Stückzahl ausgegebene Gedenkmünze kommt jetzt in Millionenauflage in Umlauf. 140 Millionen Adenauer-Münzen und 112 Millionen Heuss-Köpfe lösen die alten Zweimarkstücke mit dem Porträt von Max Planck ab, die seit dem 1. August nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten. Banken tauschen sie allerdings bis Ende Januar nächsten Jahres um.

"Wir haben immer davor gewarnt, für die Adenauer-Münze mehr als zwei Mark zu zahlen", heißt es im Bundesfinanzministerium. Seit 1969 wurden im Auftrag der Bundesregierung jährlich 28 Millionen Adenauer-Münzen auf Vorrat geprägt, ab 1970 zusätzlich vier Jahrgänge Heuss. Anlaß für diese Aktion war einmal das zwanzigjährige Jubiläum des Grundgesetzes im Jahre 1969 und zum anderen der Wunsch der Automatenindustrie nach Münzen, die ihre Apparate eindeutig von Fälschungen und ausländischen Geldstücken unterscheiden können. Regelmäßig am Ende der Urlaubszeit füllen sich nämlich die Geldschächte der stummen Verkäufer mit ausländischen Münzen von gleicher Größe und Gewicht, aber geringerem Wert.

Die neuen Münzen haben einen Nickelkern und zwei Schichten einer Nickellegierung. Das verleiht ihnen ein für den Automaten unverwechselbares magnetisches Gesicht – sofern er mit einem Prüfgerät ausgerüstet ist. Die Hersteller und Inhaber von Waren- und Fahrkartenautomaten, die so laut nach neuen Münzen riefen und bis zum Sommer 1973 mit der Umstellung fertig sein wollten, haben die Übergangsfrist vielfach verschlafen. Deshalb werden viele Automaten auch in den nächsten Monaten die alten Planck-Münzen noch willig schlucken.

Finanzminister Helmut Schmidt, der auf Grund der Münzhoheit des Bundes die neuen Geldstücke mit den Köpfen der politischen Väter-Generation der Bundesrepublik in Umlauf bringt, muß den Münzanstalten für jedes Zweimarkstück 13,8 Pfennig bezahlen. Trotz dieses günstigen "Einstandspreises" ist die Umtauschaktion für den Fiskus aber ein Verlustgeschäft, denn für jede der 252 Millionen alten Münzen muß eine neue ausgegeben werden. Der Schrottwert von Max Planck ist dabei mit 7,2 Millionen Mark erheblich geringer als die Prägekosten von Adenauer und Heuss, für die zusam-

Nominalwert Prägekosten Zahl der Mün-

zen im Umlauf