Der Marineadjutant des chilenischen Präsidenten Allende, Kapitän Arturo Araya Marin, ist am Freitag vergangener Woche ermordet worden. Von dem Anschlag, den die Regierung Rechtsextremisten anlastete, haben sich alle Parteien nachdrücklich distanziert.

Der Mord hat offensichtlich zu einer heilsamen Ernüchterung und zur Klärung der verfahrenen innenpolitischen Situation beigetragen. Nachdem links- wie rechtsextreme Gruppen angedroht hatten, den Kampf aus dem Untergrund mit Terrorakten zu verschärfen, erklärte sich die oppositionelle Christlich-Demokratische Partei zu Gesprächen mit der Minderheits-Regierungskoalition bereit, um die akute Bürgerkriegs-Gefahr zu bannen. Allende kam seinen Gegnern entgegen und wiederholte sein Versprechen, widerrechtlich besetzte Fabriken an die Eigentümer zurückzugeben. Die Gespräche sollen in dieser Woche beginnen.

Die Lage ist dennoch gespannt. Mitte voriger Woche traten 15 000 Lastwagenfahrer in den Streik. Da die Hauptstadt kaum Vorräte besitzt, ist die Versorgungslage bereits angespannt.