Schwere Gefechte in Südvietnam und in Kambodscha, und eine politische Einigung in Laos kennzeichneten die Lage in Indochina.

In Kambodscha verstärkten die Truppen der Vereinigten Nationalen Front des Prinzen Sihanouk ihren Druck auf die Hauptstadt Pnom Penh. Da der amerikanische Kongreß beschlossen hat, daß die amerikanischen Luftangriffe und auch die Militärhilfe mit dem 15. August aufhören sollen, fürchten viele Einwohner nach den Raketenüberfällen der voretzten Woche, daß der letzte Akt des Krieges begonnen hat.

Präsidentenberater Kissinger hat seine geplante Reise nach Peking auf die Zeit nach dem 15. August verschoben. Prinz Sihanouk, den er in seinem Exil in Peking treffen wollte, hatte sich bereits vorsorglich für drei Wochen nach Nordkorea begeben, weil er Gespräche mit Amerika gegenwärtig nicht für opportun hält.

Ins Stocken gerieten die Gespräche zwischen Amerika und Nordvietnam über eine Wiederaufbauhilfe. Die Kriegsparteien in Südvietnam beschuldigten sich gegenseitig, die Bemühungen um eine politische Regelung zu blockieren. Ungeachtet des Waffenstillstandes wurde in der Nähe der kambodschanischen Grenze an den Nachschubwegen der Vietcong heiß gekämpft.

In Laos überlegen die Astrologen noch, wann das neue politische Abkommen zwischen der Regierung in Vientiane und den kommunistischen Pathet Lao unterzeichnet werden soll. Vorgesehen ist eine provisorische Koalitionsregierung, die zu gleichen Teilen von den Anhängern des neutralistischen und von Amerika unterstützten Prinzen Souvanna Phouma und den kommunistischen Gefolgsleuten seines Halbbruders, des Prinzen Souvanouvong, besteht. Alle ausländischen Truppen sollen das Land verlassen, doch ist dieser Passus anscheinend nur auf die vierhundert US-Militärberater und die 17 000 thailändischen Söldner gemünzt, nicht aber auf die 60 000 nordvietnamesischen Soldaten, deren Anwesenheit Hanoi niemals zugegeben hat.