Kinderarbeit ist in den USA noch immer ein ungelöstes Problem. Dem amerikanischen Kongreß liegen zu diesem Thema vier Gesetze zur Verabschiedung vor. Wichtigster Punkt: Kindern unter 16 Jahren soll die Arbeit in der Landwirtschaft verboten werden.

Anlaß für die Initiative des Kongresses sind Unterlagen, nach denen 300 000 Kinder auf amerikanischen Farmen arbeiten. Nur 20 Prozent von ihnen besuchen regelmäßig die Schule. Dabei verbietet bereits das Arbeitsschutzgesetz von 1938, Jugendliche unter 16 Jahren während der Schulzeit auf den Feldern zu beschäftigen.

Doch die Aufsichtsbehörde, die für die Einhaltung dieser gesetzlichen Vorschriften verantwortlich ist, ist machtlos. In Kalifornien, wo schätzungsweise 50 000 schulpflichtige Kinder von ihren Eltern auf die Felder arbeiten geschickt werden, wachen nur 14 Inspektoren über die Einhaltung des Gesetzes.

Die amerikanischen Farmer beschäftigen deshalb bedenkenlos jugendliche Landarbeiter auf ihren Plantagen. In brütender Hitze ernten die Kinder Kirsehen, -Tomaten und Pfirsiche. Für die Farmer lohnt sich der Kindereinsatz; sie bezahlen ihnen pro Tag nur zwischen zwei und fünf Dollar Lohn.

Die Kinderschützer sind über die Gesetze, die in Washington verabschiedet werden sollen, trotz dieser Mißstände, nicht froh. Für die 50 000 schulpflichtigen Landarbeiter fehlen laut Time nämlich Schulräume und Lehrer. ps