Helfried Krug, Generaldirektor des zum Flick-Konzern gehörenden Papierunternehmens Feldmühle AG, sorgte für eine Überraschung. Der Liquidationsantrag der durch den Kun-Konkurs in Mitleidenschaft gezogenen Düsseldorfer Bau-Kredit-Bank, so erklärte er auf einer Pressekonferenz, sei "voreilig" gewesen. Jetzt würden sich die Beteiligten um eine Rettung der Bank bemühen.

Mit seiner Kritik stieß der Feldmühlechef, dessen Firma im Gläubiger-Beirat vertreten ist, in Bankierskreisen jedoch auf wenig Verständnis. Ihr Argument: Nachdem sich Anton Ernstberger, Vorstandsboß der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank (mit 12 Prozent zweitgrößter Aktionär der BKB hinter dem Privatbankhaus Trinkaus & Burckhart) einer Stützung des in den Kun-Strudel gerissenen Instituts entgegengestellt habe, wäre die Liquidation der einzige Ausweg gewesen.

Bei der engen Verflechtung zwischen der Bau-Kredit-Bank und der Kun-Gruppe (Kreditvolumen: 90 Millionen Mark) hätte durch den Konkurs des Bauimperiums mit Sicherheit ein Ron der Bankengläubiger auf die noch verfügbaren Mittel eingesetzt. Mit der Einleitung eines gerichtlichen Liquidationsverfahrens würde wenigstens jeder Gläubiger gleichmäßig im Rahmen der Quote befriedigt werden.

Auch die Chancen für eine Rettung der Bank in letzter Minute beurteilen Eingeweihte äußerst skeptisch. Die Bayerische Hypo, die wegen ihrer unverständlichen Einstellung zur Bau-Kredit-Bank im Bankengewerbe heftige Kritik ausgelöst hat, ließ bereits erkennen, daß mit ihrem Engagement nicht zu rechnen ist.

Währenddessen bemüht sich der Vorstand der Düsseldorfer Bank, die 60köpfige Belegschaft von panikartigen Kündigungen abzuhalten. Mit Prämien und Gehaltsaufbesserungen werden die Angestellten zum Bleiben animiert. eg