Seit über 170 Jahren diskutieren Engländer und Franzosen den Bau eines Tunnels unter dem Ärmelkanal. Dieses Jahr soll die Entscheidung fallen. Doch offenbar wagen die beiden betroffenen Regierungen den historischen Schritt noch immer nicht.

Am 31. Juli hätte die britische Regierung den Vertrag über den Tunnelbau mit Frankreich unterschreiben müssen. Vergangene Woche aber wurde der Termin kurzfristig verschoben. Englands Verkehrsminister John Peyton vertröstete die Befürworter des Chunnels, wie das Projekt in England heißt, auf das Ende der Parlamentsferien im Oktober.

Als Grund für die Verspätung in der Vertragsunterzeichnung nennt Peyton noch zu lösende Unklarheiten bei der Finanzierung. Auf britischer Seite fungiert die Channel Tunnel Company als Bauherr, in der sich elf Unternehmen zusammengeschlossen haben – darunter als größter Anteilseigner die Channel Tunnel Investments, die bereits 1881 gegründet wurde. Die französischen Tunnelbauer haben die Société Française du Tunnel sous La Manche gegründet.

Die beiden Konsortien schätzen die Baukosten derzeit auf rund 4,5 Milliarden Mark. 90 Prozent davon sollen Frankreich und Englind über Schuldverschreibungen finanzieren. Die englische Regierung will Beweise dafür haben, daß ihr Finanzierungsanteil aus den Einnahmen verzinst und amortisiert werden kann.

Spätestens am 15. November muß die Entscheidung gefällt werden. Nach diesem Termin können die beiden Baukonsortieren von dem Projekt zurücktreten, et