Das amerikanische Verteidigungsministerium hat zu Wochenbeginn Berichte der New York Times bestätigt, wonach US-Geheimdienststellen die Telephone von Zivilpersonen und nichtmilitärischen Dienststellen in der Bundesrepublik abhören. Die Aktion soll mit Billigung der Bundesregierung geschehen sein; der Sprecher erinnerte an die Bombenanschläge auf US-Militärgebäude in Heidelberg und Frankfurt und an verschiedene Sabotageakte auf Raketenstellungen, die solche Sicherheitsaktionen erforderlich gemacht hätten.

Wie die Frankfurter Rundschau dazu erfuhr, läuft die Überwachung seit dem 12. Juni und richtet sich vornehmlich gegen Bundesbürger, die Kontakte zu farbigen US-Soldaten haben. Drei Agenten hätten sich jetzt, unter dem Eindruck der Watergate-Affäre, der Öffentlichkeit offenbart.

Die Bundesregierung wollte sich am Dienstag noch nicht eindeutig äußern, da der Sachverhalt noch geprüft werde. Die Mitteilungen des Regierungssprechers von Wechmar ließen allerdings den Schluß zu, daß nicht alle Vorschriften korrekt erfüllt worden sind.