Mit einem dreieinhalb Stunden dauernden Aufmarsch der Delegationen wurden am Wochenende in Ostberlin die "X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten" eröffnet. Nachdem der ostdeutsche Olympiasieger im Stabhochsprung, Nordwig, im "Stadion der Weltjugend" – vormals "Walter-Ulbricht-Stadion" – die Festivalflamme entzündet hatte, begrüßte SED-Chef Honecker die 60 000 anwesenden Delegierten und Gäste. Honecker bezeichnete die mit großem Pomp und Aufwand inszenierte Mammutveranstaltung als Beweis dafür, daß sich "die Jugend unserer Zeit" leidenschaftlich zu der Festivallosung bekenne: "Für antiimperialistische Solidarität, Frieden und Freundschaft".

An den ersten Festivaltagen wurden politische Massenkundgebungen für die "Befreiungsbewegungen" in Indochina und im Nahen Osten abgehalten. An dem bis zum 5. August dauernden Weltjugendtreffen nehmen Vertreter aus über 140 Ländern teil. Abwesend sind die Chinesen und die Albaner.