Waffenstarrendes Persien

Eines der Hauptanliegen von Mohamed Reza Pahlevi, Schah des ölreichen Iran, während seines viertägigen Staatsbesuchs in Washington war, seinem ohnehin bereits waffenstarrenden Land noch mehr militärisches Gerät zu beschaffen. Seit 1965 hatte er den Amerikanern für 3,7 Milliarden Dollar Waffen abgekauft, und zwar in steigendem Maße. Allein im vergangenen Jahr gab er zwei Milliarden Dollar vor allem für F-4-Kampfbomber, F-5-E-Abfangjäger und schwere Helikopter aus. Nun soll der Iran auch Interesse an dem modernsten Kampfflugzeug der amerikanischen Marine, der F-14, und der F-15 der Luftwaffe gezeigt haben. Den Amerikanern kommt der Wunsch nach den schon in der Entwicklung ungeheuer kostspieligen Maschinen nicht ungelegen. Sie erhoffen sich davon eine Produktionssteigerung und eine Verringerung der Stückkosten. Eine F-14 kostet bisher mehr als 14 Millionen Dollar. Auch mit der Bundesrepublik finden Verhandlungen über einen Ankauf der Flugzeuge statt. Das Argument der Amerikaner: Die F-4, die modernste Maschine der Bundesluftwaffe und des Iran, kann mit der sowjetischen Mig 25 nicht mehr mithalten.

Von Nord nach Süd

Die Schweiz hat, nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Europäischen Sicherheitskonferenz, die Bedeutung der Außenpolitik wiederentdeckt. Deutliches Zeichen dieser Aktivität und einer Besinnung auf die Realitäten ist eine Umorganisation des Politischen Departements, des Außenministeriums. Die alte, nach der Ideologie gezogene Aufteilung "Ost" und "West" wurde durch eine "Nord"- und eine "Südabteilung" ersetzt. Die Trennungslinie verläuft jetzt zwischen den Industriestaaten – so ist Europa mit den Vereinigten Staaten unter einem Dach – und den unterentwickelten Ländern. Eine Lokalzeitung kommentierte: "Die Schweizer Flagge weht nicht länger in derselben Richtung. In Bern bläst der Wind nicht länger von West nach Ost, sondern von Nord nach Süd."

Vertraute Jeremiade

Ein englischer Labour-Abgeordneter hat eine der klassischen Jeremiaden des viktorianischen Zeitalters wieder ausgegraben. Der Titel: "Made in Germany"; das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum 1896. In dem Werk hieß es: "Die industrielle Vorherrschaft Großbritanniens wird immer rascher zu einem Mythos." Die deutschen Kapitalisten befleißigen sich einer schlichten Lebensart, mühten sich ohne Unterlaß an ihren Schreibtischen und hielten ihre Söhne an, gleiches zu tun, die Deutschen arbeiteten härter, verkauften billiger und würden weniger von Streiks und Aussperrungen geplagt. Sechs Jahre später – 1902 – wurde ein anderes Buch zum Bestseller, dessen Titel heute noch vertrauter klingt: "Die amerikanischen Eindringlinge".

Hilfe für Millionen

Noch ist ein Ende der jahrelangen Dürre in der westafrikanischen Sahel-Zone nicht abzusehen. Sechs Millionen Menschen drohen zu verhungern, wenn die Industrienationen des Westens nicht mit Geld und Nahrungsmitteln helfen (siehe ZEITmagazin vom 20. Juli: Die afrikanische Tragödie). Nach Senegal, Mauretanien, Niger, Obervolta, Mali und Tschad bedroht die Hungerkatastrophe nun auch Nigeria. ZEIT-Leser können Geldspenden auf folgende Konten überweisen: Deutscher Caritasverband: PschA Karlsruhe 202, Stichwort "Dürrekatastrophe"; Deutsches Rotes Kreuz: alle Postscheckämter und Banken, Einheitskonto 414141, "Zentralafrika"; Diakonisches Werk: PschA Stuttgart 502–707, "Dürre Afrika"; Brot für die Welt (Diakonische Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Kirchen): PschA Stuttgart 8001 – 704, "Dürre Afrika"; Misereor (Aktion gegen Hunger und Krankheit, Bischöfliches Hilfswerk e. V.): PschA Köln 10 000–508, "Hungerhilfe Westafrika".