Ohne westliche Hilfe sind die ehrgeizigen Wirtschaftsziele, die sich die Sowjetunion gesetzt hat, nicht zu erreichen. Im vergangenen Jahr wurden in vielen Bereichen die Planvorgaben nicht erfüllt; zum Beispiel blieben die Russen bei der Erdgasförderung um 3,5 Prozent unter dem Limit, bei der Herstellung von Ausrüstungsmaterial für die Erdölförderung gar um 15,4 Prozent.

Die Moskauer Wirtschaftsfunktionäre zeigen sich entsprechend entgegenkommend bei Kooperationsverhandlungen mit Industrieunternehmen aus dem Westen. Die UdSSR erklärte sich jetzt sogar bereit, Kosten für Exploration sibirischer Erdgasfelder zu erstatten, falls die vermuteten Quellen nicht halten sollten was sich Experten von ihnen versprechen.

Das Fehlen dieser Klausel war bisher ein Hindernis bei den Verhandlungen zwischen Armand Hammer, Chef des amerikanischen Erdölkonzerns Occidental Petroleum Company, und der Sowjetunion. Etwa 120 bis 150 Millionen Dollar wird es noch kosten bis in Sibirien ausbeutungswürdige Gasvorkommen gesichert sind.

Dieses Risiko will die Occidental nicht allein übernehmen. Armand Hammer hat sich deshalb rechtzeitig nach kapitalkräftigen Partnern ungesehen. Im Frühjahr hat er sich bereits mit der amerikanischen El Paso Natural Gas Company verbündet. Inzwischen hat sich die Tokyo Gas Company dem Team angeschlossen. Die Sowjets haben den USA und Japan versprochen, ihnen 50 Jahre lang Erdgas zu liefern.

Beim Run auf die sibirischen Energiequellen sind Amerikaner und Japaner aber nicht mehr allein: In der Londoner City heißt es, auch British Petroleum (BP) würde mit der Sowjetunion über Erdgas, Erdöl und Kohle verhandeln. BP sammelte bereits bei der Exploration in Alaska Arktis-Erfahrungen. kde