Spezialisten helfen Ausländern bei der Gründung von Niederlassungen

Das wird wohl meine letzte Bank sein", lächelte Wilfred D. Wickenden. Seine Blicke schweifen durch die Geschäftsräume der Investitions- und Handelsbank (IHB) – Filiale London, wo Handwerker letzte Hand anlegen und das gerade angekommene Firmenschild die Frage aufwirft, ob der Zungenbrecher "Aktiengesellschaft" nicht doch in zwei Worten geschrieben werden soll.

Der 67jährige Wilfred Wickenden, General Manager der "City of London Branch" der Frankfurter IHB, sieht sich am Ende seiner Karriere als professioneller Bankeröffner. Er glaubt, er hält den Rekord. Die IHB ist die fünfte ausländische Bank, die mit seiner Hilfe in der City aufmacht.

Es begann 1952, als er die Midland Bank verließ, um den Irakern zu zeigen, wo und wie es in der Quadratmeile zwischen St. Paul’s und Tower, Finsbury Circus und Themse zugeht. Die Rafidain Bank war das erste Kreditinstitut aus dem Nahen Osten, das sich in London niederließ. "Wir waren eine ölbank und sehr reich", erinnert sich Wickenden. 1960 hob er für die Chemical Bank of New York die Londoner Filiale aus der Taufe, und zehn Jahre später spielte er eine ähnliche Rolle bei der London Multinational Bank, an der die Chemical beteiligt ist. Zwischendurch fand er noch Zeit zur Geburtshilfe für die israelische Bank Hapoalim.

Wickenden sieht sich als "Doyen im Corps" der Bankeröffner. "Früher waren wir einmal drei. Jeder hatte zwei Bankeröffnungen, und wir sagten, wer als erster drei hat, ist der Sergeant – wegen der drei Streifen." Es war Joseph Mortlock, der Ceylonesen und Ghanesen gedient hatte, bevor er für die Japaner die Daiwa-Bank aufmachte. Mortlock bietet seine Dienste nun durch die Noel Alexander Associates an, eine Firma, die sich auf die Beratung von Neuankömmlingen in der City spezialisiert hat. Auch Wickenden ist für diese Firma tätig.

Bankeröffner haben Hochkonjunktur. Seit 1967 hat sich die Zahl der in London repräsentierten Auslandsbanken etwa verdoppelt. Über 250 sind jetzt in der einen oder anderen Form in der City vertreten. Ende der sechziger Jahre kamen die Amerikaner, angelockt durch den in London konzentrierten Eurodollarmarkt. Die Deutschen sind Nachzügler. Sie zögerten bis 1973, dem Jahr der deutschen Bankeröffnungen in der City.

Die einheimischen aber nicht unbedingt eingeborenen Experten nehmen die Chancen wahr. Der Amerikaner Tom Smith bot seine Erfahrungen, gewonnen bei der Etablierung der Franklin National Bank, mit Erfolg der Westdeutschen Landesbank an. Für den Australier John Hughs wird es Gründung Nummer drei sein, wenn die Bank für Gemeinwirtschaft ihre Repräsentanz voraussichtlich im September in den Rang einer Filiale erhebt.