Hervorragend:

"Die Mama und die Hure" von Jean Eustache. "Eine Seite des Wahnsinns" von Teinosuke Kinugasa.

Im Fernsehen: "Andrej Rubljow" (UdSSR 1966 bis 1969) von Andrej Tarkowskij (ZDF 13. August). In düsteren, aber eigenwilligen und ungeheuer intensiven Bildfolgen erzählt Tarkowskij die Geschichte des Ikonenmalers Rubljow, der zwischen 1360 und 1430 lebte. Den schwarzweißen Bildern von einer heillos zerrütteten Welt, in der Rubljow zwischen hungernden Bauern, grausamen Tatarenüberfällen, Verfolgung, Mord und Zerstörung seine Position als Künstler sucht, stellt Tarkowskij am Ende des dreistündigen Films in leuchtenden Farben die erhaltenen Werke Rubljows gegenüber. Jahrelang wurde die Aufführung dieses historisch genauen und gleichzeitig aktuellen Films verschoben. Doch selbst Schnittauflagen vermochten seine Substanz nicht entscheidend anzutasten. WoR

"Familienleben" (England 1971) von Kenneth Loach (ARD 12. August und West III 15. August); siehe. Seite 16.

Sehenswert:

"Black Snake" von Russ Meyer. Auf einer karibischen Zuckerrohr-Plantage im 18. Jahrhundert hat der Meister des Primitiv-Films sein neues Melodram angesiedelt, das, wie die früheren, herrlich schamlos und ohne künstlerische Umwege immer direkt sein Ziel ansteuert. Eine sklavenpeitschende Lady, die aus der Gosse stammt, ein brutaler Aufseher, ein französischer, kultiviert-verkommener Neger, ein aufrechter weißer Edelmann und freiheitsdürstende Eingeborene machen sich mit Prügel und Tränen, Sex und Schweiß, Grausamkeit und Tortur das Leben schwer. Diesmal treibt nur eine Frau ihr Unwesen – lasterhafte Frauen sind Meyers Spezialität. HPK

"Duell" von Steven Spielberg. Ein 40-Tonnen-Tanker traktiert und schikaniert auf einsamen Highways einen harmlosen Handlungsreisenden; nach einem zunächst nur ärgerlichen Überholmanöver wird er langsam tollkühn, kriminell, mörderisch – ein Wahnsinniger oder ein Killer am Steuer, der noch dazu immer unsichtbar bleibt und den friedlichen Reisenden einem wahnwitzigen Alptraum von der enragierten Technik ausliefert. Die Symbolik überfrachtet den Film unnötig, aber Dennis Weaver, durch Fernsehserien wie "Rauchende Colts" bekannt geworden, liefert eine klassische actors-studio-Leistung, und Kamera, Schnitt, Rhythmus sowie die nervenzerrende Steigerung der Verfolgungsszenen sind meisterhaft. WD