Seit den jüngsten Dollarabwertungen werden die USA von einer wahren Touristenlawine überrollt. Allein in diesem Jahr wird mit einer Zunahme der ausländischen Besucherzahlen von etwa 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet, als 2,6 Millionen überseeische Touristen kamen. Die Erwartungen richten sich dabei mit gutem Grund besonders auf Reisende aus der Bundesrepublik, die schon heute an dritter Stelle der Besucherliste stehen (1972 waren es 237 329), knapp hinter den Briten und Japanern.

Ausschlaggebend für diesen Reiseboom ins Dollarland ist zweifellos der günstige Wechselkurs der Mark gegenüber dem US-Dollar immerhin kann der deutsche Tourist den US-Dollar heute um 40 Prozent billiger kaufen als noch vor etwa zwanzig Jahren. Außerdem, hat sicher das immer größere Angebot vereinfachter und verbilligter Reisen nach den USA und innerhalb der USA zu dieser Entwicklung beigetragen.

Zum Beispiel Flugpreise: Was bisher das Teuerste an einem USA-Aufenthalt war, kostet durch die zu Beginn dieses Jahres eingeführten ABC-Flüge (Advanced Booking Charter) auf der Strecke Frankfurt–New York nur noch zwischen 540 und 890 Mark für Hin- und Rückflug.

Wer noch in diesem Jahr billig nach San Francisco fliegen möchte, kann sich einer Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Fachhochschule für Sozialarbeit, Berlin, anschließen. Der Flug kostet 884,50 Mark von und bis Berlin. Die Studenten der Schule, die in der Zeit vom 8. bis 22. Oktober 1973 eine Studtienfahrt nach Kalifornien unternehmen wollen, konnten für diese Reise eine Maschine chartern und wollen nun die nicht benötigten Plätze weiter vergeben. Für eine Vermittlung bei der Miete von Caravan-Lkw während des Aufenthalts in Amerika sind die Studenten dem Interessenten behilflich, die Wagen kosten 164 Mark pro Person und Woche. Weitere schriftliche oder mündliche Informationen und Anmeldungen für den Flug (bis spätestens 30. August 1973) bei B. Fichtner, 1 Berlin 19, Sophie-Charlotte-Straße 88, Telephon (0 30) 3 07 73 65 oder 8 83 55 94.

Auch bei der Übernachtung gibt es für aufmerksame Touristen viele Sparmöglichkeiten: ein TWA-Hotelpaß, der zusammen mit dem Flugticket gekauft werden kann, garantiert in wahlweise 27 nordamerikanischen Städten die problemlose Hotelunterbringung für eine beliebige Anzahl von Tagen im voraus. Der Preis pro Person und Tag liegt, zwischen 24,14 Mark (Doppelzimmer, Standardklasse) und 58 Mark (Einzelzimmer, 1. Klasse).

Bemerkenswert ist, daß alle Ermäßigungsprogramme, die bisher nur für Gruppen galten, neuerdings auch auf Einzelreisen abgestimmt sind. So bietet NASC (North American Student Center), in Zusammenarbeit mit Greyhound International, der größten amerikanischen Busgesellschaft, für 550 Mark ein dreiwöchiges individuelles Reiseprogramm quer durch die USA und Kanada. Für "99 und 99 US-Dollar", einer Kombination aus dem 99-Dollar-Ticket von Greyhound und dem NASC-Hotelgutschein, kann man 21 Tage lang uneingeschränkt umherfahren und zwanzigmal in NASC-Hotels übernachten.

Für Abenteurer wird aber auch pauschal gesorgt: Sie können in den Rocky Mountains an geführten Bergwandertouren teilnehmen oder an Flußfahrten auf dem Colorado River, Jagd- oder Rundreisen ins wilde Alaska buchen und Packagetouren durch Texas.