Im Glanze von Titeln und Würden sind sie – wie Boxchampions – die Größten. Doch vom Podest des Ruhms gestürzt, blüht ihnen meist dasselbe Schicksal wie den Meistern im Ring: "They never come back."

Mit einer deftigen Parabel veranschaulicht Guido Sandler, aus Bayern stammender Generalbevollmächtigter des Bielefelder Oetker-Konzerns, den Abgang ohne Wiederkehr deutscher Spitzenmanager: "Der Fisch, den man auf die Straße wirft, stinkt schnell."

Wie schnell sie auf der Straße liegen können, müssen heute Vorstände und Generaldirektoren am eigenen Leibe erfahren, die sich vor noch gar nicht langer Zeit für unentbehrlich halten durften. Zwar strauchelten überall und zu allen Zeiten. hochdotierte Wirtschaftsmanager – aber längst nicht so zahlreich wie in jüngster Zeit.

Allein im Jahre 1971 nahmen 25 Top-Leute renommierter deutscher Publikumsgesellschaften vorzeitig ihren Hut.Der Prominenteste unter ihnen: VW-Chef Kurt Lotz. Seine Kollegen Carl Hahn und Professor Werner Holste verließen nur wenige Monate später vorzeitig die Wolfsburger Vorstandsetage. Bei Krupp räumte Günter Vogelsang den Platz an der Spitze, weil er nicht länger mit Berthold Beitz zusammenarbeiten wollte. Vogelsangs Nachfolger Juergen Krackow sah sich bereits nach 66tägiger Amtszeit ins Private strafversetzt. –

Der strafversetzt. noch nicht genug: Bei der Preussag mußte Generaldirektor Friedrich Krämer vor Erreichen der Pensionierungsgrenze abtreten, bei Salzdetfurth sein Kollege Willi Danz. treten, mit der Familie zwangen bei der Wuppertaler Heimtextilien--und Elektrogeräte-Gruppe Vorwerk & Co. Manfred Emcke und bei der Hamburger Zigarettenfirma Reemtsma Malte Hesselmann zur Kündigung. Bei Krupp ging Finanzchef Jürgen Weste, bei den Farbwerken Hoechst Vorstandsmitglied Wolfgang Thies und bei der Ruhrkohle AG Karl-Heinz Hawner nach Hause.