Wenn Sie Schallplatten kaufen, dann –

Nach Möglichkeit:

"Reflexe 2 – Stationen europäischer Musik"; Studio der Frühen Musik / Linde-Consort; Electrola 1 C 163–30 107/12 Y, 96,– DM

Schon die erste Folge der "Reflexe" zeichnete sich dadurch aus, daß Musik der Renaissance so zusammengestellt wurde, wie die neuere Forschung die Schwergewichte legte. In der zweiten Folge nun wird das Prinzip fortgesetzt, wird vor allem das Nebeneinander des Verschiedenen deutlich, werden Entwicklungen klarer. Darüber hinaus: Musik längs einer der wichtigsten europäischen Pilgerstraßen (von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostella) zu verfolgen, vermittelt über die Musik Einblicke in Mentalitäten, in eine Frömmigkeit und Weltsicht, wie sie ansonsten nur zu leicht verborgen bleibt oder verlacht wird.

Giuseppe Verdi: "Attila"; Deutekom, Raimondi, Milnes, Bergonzi, Ambrosian Singers, Royal Philharmonie Orchestra, London, Leitung: Camberto Gardeiii; Philips 67 00 056 (2 Platten), 50,– DM

Die erste vollständige Einspielung einer relativ unbekannten Verdi-Oper: 1845 für Venedig geschrieben, wie die übrigen Werke dieser Phase ein beinahe politisches Stück, patriotische Handlung, ein Aufruf im Zusammenhang mit dem risorgimento, wie die übrigen Werke dieser Phase bald vergessen. Daß das auch musikalische Gründe hat, kann selbst diese nicht immer mit vollstem Brio oder den sensibelsten Belcanto-Künsten, aber jederzeit dem internationalen Standard genügenden Niveau produzierten Einspielung nicht verheimlichen, dennoch: Opernfreunde müßten (auch) dieses Werk kennen.

Vielleicht: