Daß sich populäre Schauspieler der Werbung zur Verfügung stellen, hat Tradition und wurde bislang vom mündigen Bürger mehr oder weniger schmunzelnd zur Kenntnis genommen. Immerhin ist es einigermaßen glaubwürdig, wenn Marianne Koch über die Duftnote einer Feinseife ein sachverständiges Urteil abgibt. Doch neuerdings beschränkt sich der Werbeeinsatz der Stars nicht mehr auf problemlose Artikel der Kosmetik- und Waschmittelbranche. Die Kölner Anlagegesellschaft Broker Dr. Amann hat jetzt eine neue Werbekampagne gestartet: Als prominente Werbehelfer werden vorerst Kommissar Erik Ode und ZDF-Nachrichtensprecher Jochen Breiter präsentiert.

Offensichtlich zielt Amann mit seinen publikumswirksamen Werbehelfern auf den Geldbeutel des kleinen Mannes. Denn außer einem großformatigen Bild des Telestars bieten die fast ganzseitigen FAZ-Anzeigen wenig Information. Die Quintessenz: Die Kapitalbesitzer sollen das Vertrauen, das sie in ihre Telestars setzen, auf Amann übertragen.

Freilich, allzu leichtfertig sollte der kleine Mann, der gerade 10 000 Mark locker hat, auch nicht mit seinem Geld umgehen. Denn das Kölner Modell, für das geworben wird, ist eine schwer durchschaubare Steuertrickkiste. Zweifel am Sachverstand der TV-Ratgeber über die komplizierte Materie sind deshalb angebracht. Eine Probe aufs Exempel bestätigt immerhin, daß der ZDF-Kommissar von Amann gut präpariert war. Erik Ode war auf die Frage nach den Vorteilen der Kapitalanlage bei Broker Amann auch nicht die geringste Antwort zu entlocken.

kde