Die Kreditinstitute haben alle Hände voll zu tun, sich ungebetene Geldsammler vom Leibe zu halten. In der ZEIT Nr. 32 wurde von einem Inserat berichtet, in dem die Allgemeine Commerce- und Treuhandgesellschaft in Stuttgart Geld für die Genossenschaftliche Zentralbank AG, Stuttgart, suchte. Dazu teilt uns der Vorstand des Instituts mit, daß er der Allgemeinen Commerce- und Treuhandgesellschaft keinen Auftrag gegeben habe, für ihn tätig zu werden: "Es handelt sich offenbar – leider – um die üblich gewordenen Praktiken von Maklern."

Bislang ist allerdings kein Fall bekannt geworden, in dem sich Banken gerichtlich gegen eine unerwünschte Geldsammelei gewehrt haben. Meist hat ein energischer Hinweis auf Unterlassung genügt. Oftmals konnten sich die Finanzmakler aber auch auf Gespräche mit Zweigstellenleitern der Kreditinstitute berufen, die sich "prinzipiell" an größeren Beträgen interessiert zeigten und den Maklern Zinssätze nannten, zu dem Termingeld aufgenommen werden. würde. Auch ohne schriftliche Fixierung solcher Gespräche faßten clevere Makler dies als Auftrag auf und gingen auf Geldsache,

Nicht immer bedienten sie sich dabei der Insertion. Ebensooft wurden Leute, bei denen man Geld vermutet, direkt angesprochen – nicht selten zur Überraschung der Gesprächspartner. Denn wer heute noch Geld flüssig hat, ist mit Sicherheit schon von seiner Hausbank aufgefordert worden, darüber längerfristig gegen Gewährung von Höchstzinssätzen zu disponieren.

Verärgert über die Doppelgleisigkeit wandten sich die von den Maklern Angesprochenen direkt an die jeweiligen Bankleitungen, die in der Regel dann erst erfuhren, was in ihrem Namen und – wie sie jedesmal behaupteten – ohne ihren Auftrag getrieben wird. K. W.