DEUTSCHLAND: Das Land per Fahrrad zu erkunden, ist eine romantische Trimm-dich-Variante, die immer mehr Anhänger findet. Da die Saison für Radtouren (von April bis Ende Oktober) begrenzt ist, steigt die Nachfrage nach Mietfahrrädern. Die Bundesbahn, die im Jahre 1962 mit ihrer Aktion "Fahrrad am Bahnhof" begann, hält inzwischen 2000 Räder auf 217 Bahnhöfen bereit. Informationen über den privaten Fahrradverleih geben die Landesfremdenverkehrsämter und die regionalen Verkehrsbüros. Die Verleihgebühr pro Tag liegt zwischen einer und fünf Mark.

"Fahrrad am Bahnhof: An jedem der 217 "Entleihbahnhöfe" bekommt man das Fahrrad gegen Vorlage des Personalausweises und nach Abschluß des Mietvertrages. An Jugendliche unter 16 Jahren wird nicht vermietet, es sei denn, sie kommen mit ihren Eltern; auch Kindersitze oder -körbchen stellt die Bundesbahn nicht zur Verfügung. Es wird empfohlen, sich das Rad schon ein paar Tage vorher telephonisch oder schriftlich reservieren zu lassen. Die Mietgebühren betragen pro Tag fünf Mark. Wer mit der Bundesbahn anreist, also bereits Kunde ist, braucht nur drei Mark zu bezahlen. Tourenvorschläge werden am Fahrkartenschalter ausgegeben. Man hat die Wahl zwischen mehreren Routen, die Kilometerangaben erleichtern die Planung. Die Rückgabe des Fahrrades wurde vereinfacht: Man muß nicht zum Mietbahnhof zurückradeln, jeder andere Bahnhof nimmt das Rad gegen Vorlage des Mietvertrages entgegen. Den Gesamtprospekt mit ausführlichen Adressenangaben der Verleihbahnhöfe und die Regionalinformationen erhält man durch die Vermittlung jedes Bahnhofes, der Bundesbahndirektionen und vom Werbeamt der Deutschen Bundesbahn, 6 Frankfurt, Güterstraße 9, Telephon (06 11) 26 51.

Pauschalreisen: Der erste Veranstalter für Pauschalreisen per Rad, Rotalis, bietet ein "Komfortprogramm" mit Touren in Bayern und Österreich an. Eine achttägige Reise von München nach Wien kostet mit Übernachtung und Verpflegung ab 468 Mark. Ein Tourenrad mit Gangschaltung und gefedertem Sattel wird gestellt, der Transport des Reisegepäcks an die Etappenorte organisiert. Bei schlechtem Wetter fahren die Teilnehmer über die jeweilige Tagesstrecke (höchstens 60 Kilometer) mit Pkw oder Bus. Individuelle Streckengestaltung ist möglich. Prospekte und Anmeldung: Rotalis Sport- und Kulturfahrten, 8011 Zorneding, Postfach 40, Telephon (0 81 06) 48 90.

Das Programm "Mit dem Fahrrad unterwegs" des Deutschen Jugendherbergswerks ist in diesem Jahr schon fast ausgebucht. Fünf bis 15 Tage dauernde Radwanderungen gibt es im norddeutschen Raum, im Niederrheingebiet und in Dänemark. Die Teilnehmerbeträge liegen zwischen 47,50 (fünf Tage Lüneburger Heide) und 155 Mark (15-Tage-Fahrt von Melle durch das Emsland nach Norderney). Die Radtour von Kopenhagen durch Nord-Seeland dauert acht Tage und kostet inklusive Mietrad) 242 Mark. Auskünfte: Deutsches Jugendherbergswerk, 493 Detmold 1, Bülowstraße 26, Telephon (0 52 31) 2 27 72.

Literaturhinweise: Tourenvorschläge gibt es an den Fahrkartenausgaben der Bundesbahn und in den DER-Reisebüros. Informationen über Radwanderkarten erteilen die regionalen Verkehrsämter. Spezielle Radwanderbücher gibt beispielsweise der J. Fink Verlag, Stuttgart, heraus: Benz/Widmann, Schwäbisches Radwanderbuch, 100 Seiten; Radwanderungen um Stuttgart, 112 Seiten; je 45 Tourenvorschläge, Wegeskizzen und Übersichtskarte, 7,80 Mark. Ein Oberbayerisches Radwanderbuch erscheint noch in diesem Jahr, weitere Führer sollen folgen.

SCHWEDEN: Beim Schwedischen Fremdenverkehrsverband, 10385 Stockholm 7, Box 7306, Telephon (0 04 68) 22 32 80, kann man die Broschüre "Radfahren in Schweden" anfordern. Sie gibt Hinweise auf Touren in den Schwedischen Provinzen und Vorschläge für Paket-Fahrradtouren. Beispielsweise kostet eine viertägige Tour (Värmland) ab 155 Kronen (etwa 88 Mark). In diesem Preis einbegriffen sind drei Übernachtungen mit Frühstück und Abendessen, Tagesproviant, Fahrradmiete und Reiseführer. Buchung bei allen schwedischen Reisebüros etwa eine Woche vor Fahrtantritt. Weitere Tourenvorschläge und Informationen bei den lokalen Verkehrsämtern und dem Verein der schwedischen Radfahrer: Cykel- und Mopedfrämjandet, Stora Nygatan 41-43, 103 12 Stockholm 2, Telephon (0 04 68) 10 10 86. Die Leihgebühr pro Tag beträgt etwa fünf Kronen (2,85 Mark).

DÄNEMARK: Folgende dänische Bahnhöfe verleihen Fahrräder: Grena, Heisingør, Hillerød, Klampenborg, Lyngby, Randers, Rungstedt Kyst, Silkeborg, Struer, Viborg, Arhus H. Die Leihgebühr beträgt zehn dänische Kronen pro Tag (4,15 Mark), ein Depositum von 25 Kronen muß hinterlegt werden. Nähere Informationen gibt das Amtliche Reisebüro der dänischen und schwedischen Staatsbahnen, das Reisebüro Norden in Hamburg. Hier bekommt man auch Auskünfte über acht verschiedene Arrangements, die unter dem Motto "Ferien auf zwei Rädern" stehen und jeweils sieben Tage dauern (siehe ZEIT Nr. 17/1972, "Per Pedale durch Dänemark"). Beispielsweise kostet eine Fahrt rund um Fünen mit Bahnfahrt ab Frankfurt, Übernachtung in einer Jugendherberge und Vollpension 355 Mark. Die Fahrradmiete und eine detaillierte Routenbeschreibung sind im Preis inbegriffen. Buchung: Reisebüro Norden, 2 Hamburg 11, Ost-West-Straße 70, Telephon (0 40) 36 32 11. Informationen gibt außerdem das Dänische Fremdenverkehrsamt, 2 Hamburg 1, Glockengießerwall 2, Telephon (0 40) 32 78 03.