Automatisierter Tower

Für die weitere Mechanisierung und Automatisierung der Flugkontrolle in der Zeit von 1970 bis 1975 hatte das Bundesverkehrsministerium rund 680 Millionen Mark vorgesehen. Der Absicht, diese Investitionsspanne nicht zuletzt wegen des Bummelstreiks der Fluglotsen zu verkürzen, steht jedoch noch ein Problem entgegen: Die Produktion der Geräte, die auf die Geographie der Bundesrepublik zugeschnitten sein müssen und deshalb nur einzeln angefertigt werden können, ist ebenso kompliziert wie zeitraubend.

Dunkles aus Pilsen

Über die ungesetzliche Behandlung politischer Häftlinge in einem Pilsener Zuchthaus hat sich der frühere Prager Studentenführer Jiri Müller beklagt. Im vergangenen Sommer war er wegen des Verteilens von Wahlpamphleten zu fünfeinhalb Jahren verurteilt worden. In seiner an das Parlament der ČSSR gerichteten Beschwerde, die von der Londoner Times veröffentlicht wurde, wirft Müller dem Gefängnispersonal körperliche und geistige Mißhandlungen vor. "Ich werde in einer abgesperrten Zelle mit Tag und Nacht geschlossenen Fenstern gehalten.

Jede Art körperlichen Trainings sei den politischen Gefangenen verboten. Obwohl laut Gesetz Inhaftierte Arbeiten verrichten sollen, die ihrem Gesundheitszustand und ihren Fähigkeiten entsprechen, werde er gezwungen, zehn bis zwölf Stunden täglich "Sicherheitsnadeln und Haarclips auf Kartons zu befestigen". Die ärztlich verschriebene Diät wegen eines akuten Gallensteinleidens werde ihm verweigert, weil keine Röntgenbilder vorliegen; abgelehnt wurde zugleich aber auch sein Gesuch um eine röntgenologische Untersuchung.

"Hand auf"

Die Steiner-Affäre hat die Bedeutung der Korruption wieder ins rechte Licht gerückt, sichert sie doch – so meint zumindest Brecht – den Fortbestand der Menschheit. Daß man Korrruption spielerisch lernen kann, dokumentiert die Zeitschrift Er mit einem heiteren Würfelspiel, das den bezeichnenden Namen "Hand auf" trägt. Man kann dazu die kleinen Holzmännchen eines "Mensch-ärgere-Dich-nicht"-Spiels benutzen. Als erster darf würfeln, wer dem Spielleiter in einem weißen Briefumschlag den höchsten Geldbetrag zugesteckt hat.