Der Neue Brockhaus: "Lieder-, Märchen-, Sagen-, und Sprichwörterschatz eines Volkes; auch daraus, geschöpfte Elemente der Kunstmusik und Dichtung." Zeitgemäßere Definition: Sitten, Bräuche und Kunstübungen regionalen Charakters, am Leben gehalten vor allem durch die Fremdenindustrie.

CONTRA:

1. Im technischen Zeitalter des späten zwanzigsten Jahrhunderts wirkt Volkskunst primitiv, dilettantisch, anachronistisch, lächerlich.

2. Da will echt sein, was doch nur Talmi ist.

3. Wenn in Altenburg noch immer Kunz von Kaufungen entführt, wenn in Rothenburg noch immer der Meistertrunk zelebriert, wenn in Dinkelsbühl jahraus, jahrein an den Kinderfeldzug und in Hameln an den Rattenfänger erinnert, wenn in Landshut alle Jahre wieder Fürstenhochzeit gefeiert wird, dann hat das mit lebendigen Traditionen so gut wie nichts mehr und mit Tourismuswerbung so gut wie alles zu tun.

4. Folklore täuscht eine bunte romantische Welt von gestern vor, die es so nie gegeben hat.

5. Anders als die Klassik hat Folklore auch im besten Fall nur regionale Gültigkeit und ausschließlich retrospektiven Charakter. Sie ist immer konservativ.