In der gemeinen Vorstellung sind Dieselautomobile groß, behäbig und schwer. Sieht man sich die Diesel-Personenwagen auf den Straßen an, so ist dieser Eindruck völlig richtig: Mercedes 200 D und 220 D, Opel Rekord Diesel, Peugeot 404 und 504 Diesel – alles Fünfsitzer, die stets mehr als eine Tonne Leergewicht auf die Waage bringen.

Doch bei Peugeot gibt es auch noch einen ganz anderen Diesel: den 204 Break Diesel. Das zweitkleinste Modell 204 rangiert in der unteren Mittelklasse, mit 397 cm ist es kürzer als ein VW-Käfer. Und keiner weiß so recht, daß es ihn als Kombi ("Break") auch mit Dieselmotor gibt. Dabei ist es ein konstruktiv sehr interessanter, gewissermaßen leichtfüßiger Diesel, mit einer Maximaldrehzahl von 5000 U/min deutlich drehfreudiger als die anderen – und es ist der kleinste Personenwagen-Dieselmotor der Welt. Jüngst wurde dieses Motorchen von 1255 auf 1357 ccm vergrößert, die Leistung stieg von 40 auf 45 PS.

Mit den gewonnenen fünf Pferden läuft der 204 Kombi immerhin wie ein VW 1300: Spitze 130 km/st (zugleich Dauergeschwindigkeit), Beschleunigung in 26,5 Sekunden auf 100 km/st. Das reicht durchaus zum Mithalten auf der Autobahn, auch beim Überholen muß man sich nicht in Resignation ergehen. Der Lärm aus dem Motorabteil verstopft einem freilich die Ohren – aber bei einem Kombi stört dies weniger.

Wenn der Kleindiesel bei uns nur wenig bekannt ist, dann deswegen, weil Kombiwagen der kleinen Klassen bei uns nur bescheidene Stückzahlen erreichen, zumal von ausländischen Lieferanten. Dazu sind Dieselmotoren bei Peugeot geradezu abschreckend teuer: Mit 55 PS-Benzinmotor kostet der 204 Break 8090 Mark, mit 45 Diesel-PS aber 9355 Mark. Natürlich verbraucht der Diesel weniger, im Durchschnitt vielleicht acht Liter Diesel gegenüber zehn Liter Super in der normalen Version. Rechnet man sieben Pfennig Preisunterschied zwischen beidem, so zahlt sich der Diesel erst nach 60 000 km aus. Freilich erfordern 45 PS eine niedrigere Versicherungsprämie als 55 PS, auch zerren die milden Diesel-Pferde weniger an den Reifen, die demzufolge länger halten.

Dennoch: Peugeot demonstriert mit dem 204 überzeugend, daß man auch einen kleinen Diesel bauen kann. Und niemand sagt, daß man diese Lösung hier nicht für einen Personenwagen in der Hinterhand hält, sowohl beim Geräusch wie beim Mehrpreis ist bestimmt noch nicht das letzte Wort gesprochen. Unter dem Damoklesschwert dräuender Umweltschutzbestimmungen liegt im Diesel eine vielversprechende Zukunft – er erzeugt weniger als die Hälfte der Schadstoffe eines entsprechenden Benzintriebwerks. Und daß man billiger fährt, ist bei unseren ständig steigenden Preisen auch kein Nachteil. wo