Zwischen Bundesfinanzminister Helmut Schmidt und Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs sind zwei Vorschriften der Novelle zum Bundesbankgesetz zur Stunde noch umstritten, obwohl die Novelle im Oktober vom Kabinett verabschiedet werden soll. Nach dem Entwurf des Bundesfinanzministeriums kann die Bundesbank mit Zustimmung des zuständigen Ministers verlangen, daß Banken und Sparkassen bis zu 100 Prozent ihres Zuwachses bei Krediten aller Art als Mindestreserve unterhalten müssen. An Stelle der Aktiv-Zuwachsreserve kann die Bundesbank überdies nach dem Entwurf für die Dauer eines Jahres anordnen, daß der Zuwachs aller Kredite eine bestimmte Höchstgrenze nicht überschreiten darf (Kreditplafond).

Im Entwurf wurde die Zwei-Schlüssel-Theorie verwirklicht: Die Bundesbank darf die scharfen Waffen nur im Einvernehmen mit dem Bundesfinanzminister anwenden. Hans Friderichs, so hört man, sagt nein zur Zwei-Schlüssel-Theorie und zum Kreditplafond; dagegen hält er die Aktiv-Zuwachsreserve für einen Diskussionspunkt, wenn die Reservepflicht nicht bis auf 100 Prozent ausgedehnt wird. Helmut Schmidt, der mit Friderichs "nicht um ordnungspolitische Fragen streiten will", soll nach den Worten seines Staatssekretärs Karl-Otto Pohl "sein Herz nicht an den Kreditplafond gehängt haben". R. H.