In München wird über die finanzielle Zukunft des Zweiten Deutschen Fernsehens entschieden. Die Richter des Bundesfinanzhofes, der in Deutschlands heimlicher Hauptstadt residiert und in Steuerdingen die letzte Instanz darstellt, müssen jetzt festlegen, ob und wie hoch die Steuerschulden des ZDF sind. Die Forderungen werden vor. Optimisten mit 450 Millionen Mark ingegeben. Pessimisten rechnen mit mehr als einer Milliarde.

Der Streit um die Steuermillionen hat bereits Geschichte. Schon zu Beginn der sechziger Jahre bekamen die Mainzelmännchen zum erstenmal Schwierigkeiten mit dem Mainzer Finanzamt. Es forderte Körperschafts- und Gewerbesteuer auf die Werbeeinnahmen.

Die Finanzexperten beim ZDF lehnten die Zahlung ab. Sie argumentierten damit, daß sich das ZDF von Werbeeinnahmen finanzieren müsse. Doch die Finanzbeamten zogen vor Gericht: Vor dem rheinland-pfälzischen Finanzgericht verloren die Mainzer 1969 den ersten Rechtsstreit in dieser Frage.

Dieses Urteil: machte die ZDF-Oberen keineswegs irre. Sie glaubten so fest an ihren Rechtsstandpunkt, daß sie nicht einmal wie jeder Kaufmann in dieser Lage Rückstellungen bildeten.

Inzwischen sind sich die Mainzer ihrer Sache nicht mehr sicher. Ein Vorbescheid der Münchner Richter informierte die Fernsehgewaltigen, daß auch sie an die Steuerpflicht des ZDF glauben. et