Jetzt sind wenigstens die Bonner Koalitionspolitiker wieder glücklich. Einige Tage lang waren sie nämlich ziemlich unglücklich. Das hätte mit einem Kanzler-Wort zutun, das über seine Umgebung in die Öffentlichkeit drang und alle sprachlos machte. Einer aus der Umgebung eines Mannes, der zur Kanzler-Umgebung gehört, erläuterte mir die Situation:

"Dahinter steckt eine neue Entziehungskur Brandts."

"Schon wieder das Rauchen?"

"Schon Diesmal ist’s die Außenpolitik. Eine Sucht des Kanzlers, unter der die Innenpolitik zu leiden hatte. Fiel im Kabinett das Wort Inflation, dachte der Kanzler nur an die in Amerika und Japan. Von dieser Sucht mußte er befreit werden."

"Hatte man dafür ein Rezept?" fragte ich.

"Einflußreiche Kreise, unter denen auch Scheel vermutet würde, steckten sich hinter seinen Leibarzt. Der verbot ihm sofort alle Staatsbesuche, selbst solche in Brüssel und Luxemburg."

"Hielt sich der Kanzler daran?" "Ja, aber erst, nachdem er einmal erwischt wurde, als er heimlich eine normale Linienmaschine nach Reykjavik besteigen wollte, um dort über die Fischereirechte zu verhandeln."