Der Steiner-Untersuchungsausschuß des Bundestages hat sich am Freitag voriger Woche bis auf Anfang September vertagt. In dieser Zeit sollen die Sitzungsprotokolle auf Widersprüche der einzelnen Aussagen überprüft werden.

Bei den Ausschußmitgliedern hat sich offenbar der Verdacht verstärkt, daß Steiner nicht alle Ostkontakte offenbart hat. Der ehemalige CDU-Abgeordnete mußte in der vorigen Woche häufig frühere Aussagen korrigieren oder widerrufen; unklar blieb Tor allem, was Steiner bewogen hat, seine Agententätigkeit und seine Stimmenthaltung beim Mißtrauensvotum am 27. April 1972 zuzugeben. Obwohl er den Hauptvorwurf, für diese Enthaltung 50 000 Mark vom SPD-Fraktionsgeschäftsführer Wienand erhalten zu haben, unverändert aufrechterhielt, ergaben sich bei einem Lokaltermin erhebliche Zveifel an seiner Behauptung.