Die Zahl der Erkrankungen an Diabetes mellitus steigt in den Wohlstandsländern der westlichen Welt ständig an. Die Krankheit, die infolge einer Stoffwechselstörung zu erhöhtem Blutzuckerspiegel führt, kann zwar mit Hilfe von Insulin unter Kontrolle gehalten werden, aber die Ursache, durch die der körpereigene Insulinproduzent, die Bauchspeicheldrüse, geschädigt wird, ist noch nicht bekannt.

Vor einiger Zeit fiel es dem britischen Arzt Dr. K. W. Taylor von der Sussex University auf, daß unter den im Herbst geborenen Kindern, eine besonders große Zahl von Zuckerkranken zu beobachten ist. Nun ist gerade der Herbst die Jahreszeit, in der die von Viren erzeugten Grippen grassieren. Dr. Taylor infizierte daraufhin eine Gruppe von Mäusen mit Grippeviren. Innerhalb von zwölf Tagen zeigten die meisten der Mäuse einen erhöhten Blutzuckerspiegel, und mikroskopische Untersuchungen zeigten, daß die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse geschädigt und teilweise zerstört waren.

Allerdings erkrankten nicht alle infizierten Mäuse. Offenbar schafften die Viren allein es also nicht, sondern es gehört, wie beim Menschen, eine (wahrscheinlich ererbte) Veranlagung dazu. Immerhin ist es hier zum erstenmal gelungen, im Tierversuch mit Viren, die auch auf Menschen infektiös wirken, Diabetes zu erzeugen. R. K.