Alles dummes Zeug, schimpfte Gerd Tacke, ehemaliger Siemens-Chef und derzeit Mitglied des Aufsichtsrats. Der Zorn Tackes richtet sich gegen einen Antrag der kleinen argentinischen Oppositionsgruppe "Revolutionäres Volksbündnis", die Siemens SA in Buenos Aires zu enteignen. Nach dem Willen der von einem Oberst geleiteten Splittergruppe soll der wegen seiner zwielichtigen Politik in Chile ins Gerede gekommene US-Mischkonzern ITT das Schicksal von Siemens teilen.

Siemens und ITT werden beschuldigt, sich zum Schaden des staatlichen Telephonwesens betrügerischer Machenschaften bedient zu haben. Von der Entschädigungssumme sollten daher überzogene Gewinne und durch Steuerhinterziehung einbehaltene Beträge abgezogen werden.

Die Konzernspitze in München hat es bislang der Leitung ihrer argentinischen Tochterfirma überlassen, die gegen sie erhobenen Vorwürfe in entkräften. Als zuständiger Mann in der Zentrale beobachtet zur Zeit Helmut Plettner als Länderreferent Südamerikas und ehemaliger Chef der argentin schen Siemens-Niederlassung die weitere Entwicklung in Buenos Aires.

Mit Sorge blickt der Siemens-Vorstand auf die in Kürze stattfindenden Wahlen. Sollten dabei die Links-Peronisten, die sich schon kürzlich für eine Enteignung eingesetzt haben, einen unerwartet hohen Stimmenanteil erhalten, dürften für Siemens schwierige Zeiten anbrechen. Eg.