Die Immobilienanlage in der Bundesrepublik hat an Reiz eingebüßt. Bei den offenen Fonds werden zur Zeit mehr Zertifikate zurückgegeben als verkauft. Viele Sparer gehen davon aus, daß Wertsteigerungen nicht mehr eintreten werden, sondern die Lage auf dem Immobilienmarkt eher das Gegenteil erwarten läßt. Auch die geschlossenen Fonds haben trotz der noch von ihnen angebotenen Steueranreize Mühe, Kommanditanteile loszuschlagen. Darüber können auch die großen Inserate nicht hinwegtäuschen, in denen Fernsehprominente von der Immobilienanlage geradezu schwärmen. Auch wenn diese Leute, wenn man Näheres über ihre Anlagen erfahren will, von merkwürdiger Sprachlosigkeit befallen sind, so sollte man sie nicht nur als gut bezahlte Werbemacher betrachten. Denn wer will abstreiten, daß in der Vergangenheit mit Immobilien gute Erfahrungen gemacht worden sind.

Nur stellt sich hier – wie bei jeder Vermögensanlage – die Frage, inwieweit die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen eine Garantie dafür sind, daß dies auch in Zukunft so sein wird.

Eines zeigt sich jetzt sehr deutlich: In das Bauträgergewerbe haben sich während der vergangenen Jahre Leute eingeschlichen, die alles andere als vertrauenswürdig waren. Aber in dieser Hinsicht hat es an dieser Stelle ständig Warnungen gegeben, so daß wir nicht überrascht sind, wenn etliche Käufer von Immobilien jetzt ihr Geld zu verlieren drohen. Und nicht nur das – sie müssen sogar noch Einkommensteuer auf das verlorengegangene Geld zahlen. Mitleid und Hilfe wird diesem Anlegerkreis von niemandem zuteil.

Bei jeder Vermögensanlage muß man sich seine Partner ansehen. Wer kein Ansehen besitzt, sollte es schwer haben, an das Geld anderer Leute heranzukommen. In unserem Lande ist das bisweilen anders. Wenn ein noch so unbekanntes Bankhaus nur hohe Zinsen bietet, öffnen sich ihm die Geldbörsen zahlreicher Leute. Nach Sicherheiten fragen sie nicht. Das große Wehklagen tritt ein, wenn solche Banken in Schwierigkeiten geraten und der Verlust der Einlagen droht. Dann sollen die anderen Kreditinstitute schützend einspringen, also gerade jene Banken, denen der Insolvent über hohe Zinsangebote einen unfairen Wettbewerb geliefert hat. Nun, bei Bankinsolvenzen gibt es im Regelfall Hilfe für leichtfertige Anleger. Im Baubereich tritt niemand für den Konkurrenten ein.

Um so eingehender, meine verehrten Leser, sollte man daher untersuchen, mit wem man es zu tun hat. Das ist zwar auch noch keine Garantie dafür, daß sich die Anlage später als profitabel herausstellen wird. Seriöse Partner bieten aber die Gewähr dafür, daß die Angaben in den Prospekten stimmen, daß die Finanzierung gesichert ist und daß die Verwaltung kontrolliert wird.

Diese Voraussetzungen scheinen mir bei dem Fonds "Kanada-Privat-Immobilienbrief I" vorzuliegen, der unter der Treuhänderschaft von Tochtergesellschaften drei norddeutscher Banken vorgestellt wird. Es sind dies das Bankhaus Conrad Hinrich Donner, das Bankhaus Hermann Lampe und die Westbank AG, Hamburg/Husum. Die Treuhänder haben als Miteigentümer ein Fondsobjekt in Toronto/Kanada erworben, das sie gemeinsam für die Gemeinschaft der Zeichner der Fonds halten.

Kanada ist trotz seiner Konjunkturschwankungen und seiner Abhängigkeit von den USA immer noch ein aufstrebendes Land. Dank seiner Bodenschätze wird es vermutlich in der Zukunft innerhalb der Weltwirtschaft eine wachsende Rolle spielen. Und was wichtig ist: In Kanada wird Privateigentum geachtet. Man weiß, daß die Erschließung des Landes ohne ausländische Kapitalien nicht möglich ist.