Bei dem Fondsobjekt handelt es sich um ein Bürohaus in sehr guter Lage Torontos, Baujahr 1972. Es ist an Xerox-Canada auf acht Jahre vermietet. Weitere Mieter sind eine Bank, ein Restaurant und ein Zahnärztezentrum. In den Mietverträgen sind Gleitklauseln für alle Bewirtschaftungskosten (Steuern, Strom, Gas, Reinigung usw.) enthalten. Die Firma Olympia & York Developments Ltd., Toronto, die von den Treuhändern "erstklassig" beurteilt wird, hat die Vollvermietung für fünf Jahre und die Höhe der Bewirtschaftungskosten nach Maßgabe besonderer Bestimmungen im Kaufvertrag garantiert. Olympia & York ist der Erbauer des Gebäudes. Was diese Garantie wert ist, können Außenstehende schwer beurteilen. Hier werden gegebenenfalls die drei deutschen Banken ihren Ruf hinhalten müssen.

Der Gesamtkaufpreis wird mit 16,7 Millionen Kanada-Dollar angegeben, die Eigenmittel des Fonds sollen 9,2 Millionen Kanada-Dollar betragen. Für die Zeichner ist eine kalkulierte Ausschüttung von sieben Prozent jährlich vorgesehen. Sie ist durch Inanspruchnahme der kanadischen Abschreibung auf Gebäude für etwa sieben Jahre steuerfrei. An Treuhandgebühr der Fondsträger ist jährlich ein Satz von 0,5 Prozent des Zertifikatskapitals zu zahlen.

Der Wertzuwachs erfolgt durch laufende Tilgung der Fremdmittel aus den Erträgen des Grundbesitzes. Sollten die Bewirtschaftungsüberschüsse bei steigenden Mieten wachsen, werden sie ausgeschüttet.

Nach Ablauf von sieben Jahren, wenn also das Objekt in Kanada steuerpflichtig wird, gibt es im Rahmen des deutsch-kanadischen Doppelbesteuerungsabkommens • gewisse Vorteile, deren Abbau nach Ansicht der Treuhänder nicht zu erwarten ist. Im übrigen unterliegen die Anteilszeichner als Treugeber nicht der kanadischen Erbschaftsteuer.

Immobilienbesitz im Ausland ist stets mit einem besonderen Risiko verbunden. Es liegt nicht im Objekt selbst, sondern kann durch staatliche Eingriffe in den grenzüberschreitenden Kapitalverkehr entstehen. Deshalb sind solche Anlagen in der Regel nur etwas für Sparer, die das Geld, das sie auf diese Weise ins Ausland verbringen, "echt" übrig haben. Daß sich in diese Kanada-Immobilienfonds die falschen Leute verirren, ist so gut wie ausgeschlossen. Der Anteil kostet mindestens 50 000 Kanada-Dollar plus fünf Prozent Emissionskosten.

Interessant an der Fondskonstruktion ist folgendes: Für den Fall, daß die Treuhänder aus irgendwelchen Gründen an der ordnungsmäßigen Wahrnehmung ihrer Treuhandpflichten gehindert werden, geht das Eigentum an diesem kanadischen Grundbesitz auf eine hierzu gegründete kanadische Aktiengesellschaft über, deren Kapital die Royal Trust, Canada, für die Inhaber der Kanada-Privat-Immobilienbriefe I hält. Das wäre etwa wichtig für den Fall, daß es in Europa zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt, die von hier aus eine ordnungsgemäße Treuhandarbeit unmöglich machen, oder daß in der Bundesrepublik eine politische Situation eintritt, in der Banken nicht mehr für die Interessen ihrer Kunden eintreten können. Die Besitzer der Fondsbriefe werden ihr Eigentum in Kanada ungeschmälert in Anspruch nehmen können.

Alle Geldbewegungen im Rahmen dieses Fonds erfolgen auf der Grundlage von Kanada-Dollar. Die Zeichner bestimmen, ob die Ausschüttungen in Kanada auf ein noch einzurichtendes Konto fließen oder in die Bundesrepublik transferiert werden.