Der labile Friedenszustand im indochinesischen Königreich Laos wurde am Montag durch einen Putschversuch rechtsgerichteter Militärs gefährdet. Eine Gruppe von Emigranten, geführt von dem ehemaligen Fliegergeneral Ma, überquerte, von Thailand kommend, den Mekong bei der Hauptstadt Vientiane, verbündete sich mit Teilen der Luftwaffe und besetzte vorübergehend Flughafen, Rundfunkstation und Nationalbank. Sie verkündeten den Sturz der Regierung des Ministerpräsidenten Souvanna Phouma, die das Land angeblich den Feinden ausliefern wolle. Einen Tag vorher hatten bereits die kommunistischen Pathet Lao, die mit Souvanna eine Koalition bilden wollen, vor einem Rechtsputsch gewarnt.

Regierungstreue Truppen schlugen den Putsch nach wenigen Stunden nieder. General Ma, der bei einem Bombenangriff das Hauptquartier verfehlte, geriet ins Abwehrfeuer und kam ums Leben. Einige der gefangenen Putschisten wurden ohne Prozeß hingerichtet. Die Vereinigten Staaten distanzierten sich von den Putschisten, wann auch erst sechs Stunden nach Ausbruch der Kämpfe.

Regierungschef Souvanna Phouma nahm hernach die Gratulationen des Diplomatischen Korps entgegen, darunter auch die Vertreter Chinas, Nordvietnams und Thailands. (Asien-Experten vermuten, daß die Putschisten die Rückendeckung thailändischer Stellen hatten.) Der Putsch kam in dem Moment, als sich die Verhandlungen zwischen der Regierung in Vientiane und den Pathet Lao wieder einmal festgelaufen hatten. Die Pathet Lao hatten neue Bedingungen gestellt: Sie fordern die Neutralisierung der Hauptstadt Vientiane und der Königs-Residenz Luang Prapang und militärische Garantien für den persönlichen Schutz ihrer Minister.

In Kambodscha verlagerten die Truppen des Prinzen Shianouk ihren Druck von der Hauptstad: Pnom Penh auf die zweitgrößte Stadt des Landes, Kompong Cham. Der Prinz kündigte an, er wolle abtreten, sobald das Land "befreit" sei.