Italiens zweitgrößter Autohersteller Alfa Romeo ist in einen Konflikt mit der römischen Industrieplanung geraten. Das staatliche interministerielle Komitee für Wirtschaftsprogrammierung (CIPE genannt), von dem alle größeren industriellen Neubauprojekte genehmigt werden müssen und dem alle mit Wirtschaft befaßten Minister des Kabinetts angehören, entschied gegen den Staatsbetrieb Alfa Romeo: Das Hauptwerk in Mailand-Arese darf nicht erweitert werden.

Noch hat Rom keine Begründung für dieses Verbot geliefert, doch inoffiziell heißt es, daß die geplante Personal Steigerung von 16 000 auf 27 000 Arbeitskräfte nicht den Beifall der Planer findet. In Mailand herrscht Arbeitskräftemangel; Alfa Romeo soll lieber in den Entwickhungsgebieten Süditaliens investieren.

Der staatliche Autokonzern wehrt sich gegen diese Auflage. Alfa-Romeo-Präsidem Giuseppe Luraghi meldete sich aus seinem Urlaubsort: Kaum ein Unternehmen habe mehr für die Entwicklung des Südens getan als Alfa Romeo. So baute Luraghi bei Neapel die Alfasud-Werke (8000 Beschäftigte). Die finanziellen Opfer des Konzern hätten aber ihre Grenzen, droht nun Luraghi. fg