Von Marietta Riederer

Roberta di Camerino aus Venedig ist dem Rhythmus der gesamten Mode voraus, denn sie zeigt ihre Kollektion nur einmal im Jahr. Dann aber ist es ein Festival, und die ganze Schönheit der Lagunenstadt wird mit einbezogen. Ihre Schau läuft auf ihrer Privatinsel, der "Polveriera delle Vignole", ab.

Voraus ist sie auch in der totalen Vereinfachung, denn das Multi-mix der heutigen Mode malt sie ihren Grundschnitten kurzweg auf. Eins ist bei ihr gleich drei oder vier. So sind Jacken über Westen gemalt, Falten sind gar keine, sie sind perspektivisch aufgezeichnet, und derb gestrickte Zopfmuster werden weichen Jerseys aufgedruckt.

Doch das Fröhlichste waren die strahlend türkisblauen Polohemden, reich mit abschattierten Volants "besetzt", passend zu den Hosen, in denen ein Schwarm bildhübscher Roberta-Hostessen die Gäste betreuten.

Keine "Augentäuscher" sind jedoch Robertas neue Kosmetik-Serien. Die lagunenblauen Seifen und Parfum-Flacons aus Muranoglas für Damen und die wie Schiffsschrauben verpackte Kosmetik für Herren, deren Seifen mohrenschwarz sind – sie alle duften herb "al Marc".