Die Rundfunk- und Fernsehansprache, mit der Präsident Nixon in der vergangenen Woche zu seiner Rolle in der Watergate-Affäre Stellung nahm, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während zahlreiche Politiker der Demokratischen Partei die Rede als unbefriedigend werteten, bezeichnete sie der Vorsitzende der Republikanischen Partei, Bush, als glaubwürdig und sehr vernünftig".

Nixon wies in seiner Ansprache wiederum alle Vorwürfe, an der Planung und der nachfolgenden Vertuschung des Watergate-Einbruches beteiligt gewesen zu sein, mit Nachdruck zurück. Der Präsident distanzierte sich in ausgesprochen kritischer Form von seinen ehemaligen Mitarbeitern, denen die Beteiligung an dem politischen Verbrechen vorgeworfen werden. Er verurteilte auch andere Auswüchse bei der Führung seines Wahlkampfes.

Zur Frage der umstrittenen Tonbänder erklärte der Präsident erneut, er sei wegen verfassungsrechtlicher Bedenken nicht bereit, diese Beweisstücke zur Verfügung zu stellen. Dem amerikanischen Volk versprach der Präsident jedoch, die Lehren aus Watergate zu ziehen und den Mißbrauch der Macht zu verhindern.

Am Tage vor der Ansprache hatte eine Meinungsumfrage ergeben, daß die Popularität Nixons auf den tiefsten Stand seit Trumans letzter Amtsperiode gesunken ist. Nur noch 31 Prozent der befragten Amerikaner erklärten sich dabei mit ihrem Präsidenten einverstanden.

Anfang der Woche ist nach Angaben des amerikanischen Geheimdienstes CIA eine "mögliche Konspiration" gegen den Präsidenten aufgedeckt worden. Wie der CIA mitteilte, sollte Nixon am Montag in New Orleans, wo er eine Rede vor Kriegsveteranen hielt, ermordet werden. Die Polizei hat eine Großfahndung auf den ehemaligen Polizisten Edward Gaudet eingeleitet, der angeblich das Mordkomplott geplant hatte.

Im Zusammenhang mit den Watergate-Ermittlungen hat sich inzwischen der ehemalige stellvertretende Leiter des republikanischen Wahlkampfausschusses, Jeb Stuart Magruder, vor einem Gericht in Washington in einem Punkt der Anklage für schuldig erklärt: er habe die Justiz bei der Untersuchung behindert.