In Berlin kündigte ein Bauunternehmer 300 Beschäftigten, weil er für Juli und August keine Löhne – insgesamt 1,2 Millionen Mark – mehr zahlen kann. In Schleswig-Holstein meldete eine Baufirma Konkurs an – in den letzten Monaten konnten nicht einmal mehr die Sozialabgaben für Arbeiter und Angestellte bezahlt werden. Den Betroffenen sichert die bestehende Konkursordnung eine bevorzugte Stellung ihrer Forderungen.

Aber nicht nur Gehälter und Löhne bedürfen einer gesetzlichen Absicherung. Bundesarbeitsminister Walter Arendt hat große Pläne: Neben den Löhnen, Gehältern und Sozialversicherungsbeiträgen soll in Zukunft auch die betriebliche Altersversorgung zu den bevorrechtigten Forderungen gehören. Gelegenheit zu einer Neuordnung bietet das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung, das als Referentenentwurf vorliegt.

Wie der Schutz der Altersversorgung vor Insolvenzen aussehen könnte, hat die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung in einem Gutachten ausgearbeitet: Die Unternehmer sollen sich in Zukunft gegen das Insolvenzrisiko versichern. Experten rechnen damit, daß bereits drei Prozent der Pensionsrückstellungen ausreichen würden, um den Arbeitnehmern ihren Anspruch auch über einen Konkurs hinaus zu sichern. ei