Niedersachsen: Die Lage ist "nicht schlimmer als im letzten Jahr, sondern hat sich ganz wenig gebessert" (Kultusministerium). Nach vorläufigen Zahlen fehlen 7000 Lehrer; an den Gymnasien 2000, an den Grund- und Hauptschulen 3500, an den Sonder- und Realschulen je etwa 750.

Bayern: An Gymnasien wird der Unterricht bis 1975 offiziell gekürzt: in den 5. und 6. Klassen Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein um eine Stunde pro Woche; an den mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasien Deutsch in der 12. und 13. Klasse um eine Stunde, Mathematik in der 10. und 11. Klasse um zwei Stunden. – Bis 1975 werden an den Fachoberschulen in der 12. Klasse Geschichte, Mathe, Physik, Biologie, Sozialkunde, Kunstbetrachtung je um eine Stunde vermindert. – An den Grund- und Hauptschulen "gibt es immer noch nicht genug Lehrer" (KM).

Hessen: Für alle Schulformen fehlen bei einem Bestand von 37 000 Lehrern fast 4000. Da jetzt für die Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschulen ein Referendariat eingeführt ist, wird es an diesen Schularten den relativ größten Mangel geben.

Nordrhein-Westfalen: Von einer "katastrophalen Situation" sprach Kultusminister Jürgen Girgensohn: "Die Lehrerversorgung verbessert sich in der Grundschule, sie verschlechtert sich am Gymnasium." Eine pädagogisch sinnvolle Frequenz bis 25 Kinder je Klasse haben an den Grundschulen nur 14 Prozent, an den Hauptschulen 11 Prozent und an den Real- und Oberschulen nur je 6 Prozent der Schüler. Außer "ernsten personellen Sorgen am Gymnasium" hat Girgensohn "punktuelle Raumprobleme bei der Grundschule", da für die kleiner und zahlreicher werdenden Klassen nicht genügend Räume vorhanden sind.

Schleswig-Holstein: 900 neue Planstellen wurden bewilligt, die jedoch nicht alle besetzt werden konnten. Es fehlen knapp 400 Lehrer an Grund- und Hauptschulen und jeweils gut 100 an Realschulen und Gymnasien. Staatssekretär Borzikowski: "Es zeichnen sich erhebliche Schwierigkeiten ab. Besonders schwierig wird die Situation im Hamburger Randgebiet in den Fächern Mathematik und Deutsch."

Rheinland-Pfalz: Eine "entspannte Lage an den Grund- und Hauptschulen, aber eine schwierige Situation an den Gymnasien" (KM). Einem Oberschülerplus von sechs Prozent steht nämlich ein Lehrerplus von nur vier Prozent gegenüber, oder anders: Gut 6000 Gymnasiasten machten Abitur, aber fast 18 000 Sextaner wurden neu eingeschult.