Die chilenischen Fuhrunternehmer haben in der vergangenen Woche ein zweites Ultimatum der Regierung verstreichen lassen und ihren seit vier Wochen andauernden Streik nicht abgebrochen. Um die angedrohte Beschlagnahme ihrer Lastwagen zu unterlaufen, machten viele Besitzer die Fahrzeuge unbrauchbar. Der Streik, dem sich vorübergehend Ärzte und Einzelhändler anschlössen, hat das Wirtschaftsleben weitgehend lahmgelegt.

Am Samstag trat Verkehrsminister Ruiz, zugleich Befehlshaber der Luftwaffe, von seinem Amt zurück, da ihm die Regierung Sondervollmachten zur Beilegung des Streiks verweigert hatte. Seine gleichzeitige Ablösung als Luftwaffen-Chef führte zu Unruhen in dieser Waffengattung; auch die Befehlshaber von Armee und Marine, ebenfalls Minister im Kabinett Allende, haben ihren Rücktritt angeboten.

Seit dem Ausstand der Fuhrunternehmer, die höhere Tarife und bessere Versorgung mit Ersatzteilen und neuen Fahrzeugen verlangen, haben die gewalttätigen Demonstrationen für und gegen Präsident Allende zugenommen. Am Dienstag wurden bei Zusammenstößen beider Gruppen viele Personen verletzt.