Bomben-Bilanz

Dreimal soviel Sprengstoff als im Zweiten Weltkrieg hat die amerikanische Luftwaffe während ihres neunjährigen Einsatzes über Indochina abgeworfen – bis zum Bombenstopp am 15. August insgesamt 7,4 Millionen Tonnen Bomben (Gesamtmenge der alliierten Bomben, die 1939/45 auf Deutschland fielen: 1,4 Millionen Tonnen). Die Kosten belaufen sich auf rund 17 Milliarden Dollar. Allein das kleine Kambodscha wurde mit mehr als einer halben Million Tonnen Bomben bedacht. Der Gesamtaufwand für den Luftkrieg mit B 52 und mit Jagdbombern betrug zuletzt monatlich etwa 55 Millionen Dollar. Verloren gingen, so die offiziellen Angaben, 3705 Flugzeuge und 4867 Hubschrauber (nicht mitgezählt Maschinen, die schwerbeschädigt zurückkehrten). Bis zum Waffenstillstand am 27. Januar fielen 2100 Flieger; vierzehn mußten in den Monaten danach ihr Leben lassen. Die Zahl der Bombenopfer in Nord- und Südvietnam, in Laos und Kambodscha ist unbekannt, geht aber in die Hunderttausende.

Befehl von Hanoi

Hanoi hat an den Vietcong neue Befehle ausgegeben, aus denen eindeutig hervorgeht, daß vorerst mit einer Offensive nicht zu rechnen ist. Wie Newsweek meldet, hat Nordvietnam die Vietcong-Mitglieder aufgefordert, sich auf politische Ziele zu konzentrieren und militärische Aktionen so weit wie möglich einzustellen. Als Ursache für diese Haltung wird vermutet, daß Moskau und Peking ihre Waffenlieferungen drastisch eingeschränkt haben.

Mitbestimmungsmisere

In Wohlgefallen aufgelöst hat sich die noch von Rainer Barzel eingesetzte Mitbestimmungskommission der CDU/CSU, bevor sie zum erstenmal zusammentreten konnte. Da sich die Sozialausschüsse bereits festgelegt haben (paritätische Mitbestimmung) und die Diskussion in den Landesverbänden schon entflammt ist, sieht die Unionsführung in der Arbeit der Kommission keinen Nutzen mehr. Von Kennern wird das als böses Omen gewertet: da die Sozialausschüsse in der Union nicht mit einer Mehrheit rechnen können, von einer Kommission keine Empfehlung komme und der Parteivorstand in dieser Frage sehr unterschiedliche Meinungen habe, werde die Union im kommenden Frühjahr wieder zu einem rückständigen Modell gezwungen.

Japanische Invasion