Handball nach Programm

Von Heinz Perleberg

Vom 28. 9. bis 3. 10. wurde zum 6. Mal das internationale Hallenhandballturnier um den Ostsee-Pokal durchgeführt. Erstmalig in der Bundesrepublik kämpften acht Ländermannschaften, die Bundesrepublik war mit zwei Mannschaften vertreten, um die begehrte Trophäe. Vom Deutschen Handball-Bund glänzend organisiert, wurde dem leider nicht so zahlreich erschienenen Publikum teilweise hervorragender Handball an acht Spielorten geboten. Siege über Dänen und Finnen brachten für die Bundesrepublik (BRD) den Einzug in die Finalrunde. Ungeschlagen in der Vorrunde blieb die DDR, ebenso die Mannschaft der Sowjetunion in der anderen Gruppe nach Siegen über Schweden, Polen und unsere B-Vertretung.

Am spielfreien Montag trafen sich alle beteiligten Mannschaften in Bremen. Nach einer Dampferfahrt auf der Weser hatte der Deutsche Handball-Bund (DHB) zum Bankett geladen. Die herzliche Atmosphäre an diesem Nachmittag machte deutlich, daß die Geselligkeit auch noch im Leistungssport ihren Platz hat. So stellte der sowjetische Vertreter dann auch in seiner Rede bereits den Sieger vor: Es sei die Freundschaft. Dr. Kregel, Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB) und Ehrengast dieser Veranstaltung, fing den Ball auf und betonte die Bemühungen des DSB, die Sportbeziehungen mit unseren nahen Nachbarn zu intensivieren.

Am Dienstag begann dann in Hamburg der Kampf um die Plätze. In einer recht harten Begegnung unterlag die Mannschaft der BRD den Spielern aus der UdSSR mit 19:21, während die sehr gefällig spielenden Polen der DDR ein 15:15 Unentschieden abtrotzten. Die Abschlußspiele in Kiel am nächsten Tag boten ein ähnliches Bild von der Spielanlage her. Die Bundesrepublik erreichte durch ein 16:15 über Polen den 3. Platz, die Sowjetunion wurde ungeschlagen Turniersieger durch ihren 14:13-Erfolg über die DDR, die damit den 2. Rang belegte.

Mit dem Abschneiden der bundesdeutschen Mannschaft kann man zufrieden sein. Ihr letztes Länderspiel trug sie vor. mehr als 6 Monaten aus. Leistung aber läßt sich nicht konservieren, sie verlangt ständige Herausforderung. Zwei Lehrgänge, in den Sommermonaten können keine Wettkampfpraxis ersetzen. Sie gleichen mehr einem Schnellverfahren in Treibhausatmosphäre. Der DHB muß baldigst eine Lösung finden, um die entstandene Wettkampflücke durch den Fortfall des Feldhandballs zu schließen und Kleinfeldhandball zu akzeptieren. Die Spiele im Verlauf des Turniers aber machten auch deutlich, daß man der verbreiteten Ansicht entgegentreten muß:

Statt Starre – Variationen