Die ZEIT bringt in dieser Ausgabe zum erstenmal eine Sondertabelle der Wertentwicklung offener deutscher Investment-und Immobilienfonds, soweit sie dem Bundesverband Deutscher Investmentgesellschaften (BVI) angehören. Die in vielen Veröffentlichungen fehlende Gruppierung der Fonds nach dem Anlage--Schwerpunkt und dem Anlageziel, das In-einen-Topf-Werfen von national und international ausgerichteten Fonds, von Aktien-, Renten- und Grundstücksfonds, von in Mark und in Fremdwährung berechneten Fonds führt bei vielen Sparern zu zusätzlicher Verwirrung.

Dies veranlaßte den BVI, dessen Mitgliedsgesellschaften etwa 95 Prozent des Fondsvermögens aller deutscher Wertpapierpublikumsfonds und etwa 76 Prozent des Vermögens aller Grundstücksfonds (der Co-op-Immobilienfonds ist kein Mitglied des BVI) verwalten, in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern einheitliche Berechnungsgrundlagen und Rechenmethoden für die Wertentwicklungsfeststellung der BVI-Fonds zu erarbeiten.

Der BVI geht davon aus, daß das effektive Anlageergebnis für den Sparer von größerem Interesse ist. Deshalb werden die von ihm veröffentlichten längerfristigen Wertentwicklungsergebnisse nach folgendem Berechnungsmodus ermittelt: Die Anlage erfolgt zum offiziellen Ausgabepreis und die Bewertung am Ende des Vergleichszeitraumes zum Rücknahmepreis. Den kurzfristigen Ergebnissen liegt dagegen eine Berechnung auf der Grundlage der Anteilwerte zugrunde, da sich hier bei Einbeziehung der einmaligen Anlaufkosten eine zu starke Verzerrung der Ergebnisse ergeben würde.

Neben den genannten differenzierten Berechnungsmethoden tritt die Frage auf, nach welchem Schema die Erträge behandelt werden sollen. Als Alternativen bieten sich zwei Systeme an:

  • die additive Berücksichtigung aller während des Beobachtungszeitraums ausgeschütteten Erträge, das heißt: Ausschüttungen werden dem Ergebnis einfach hinzugezählt.
  • die Reinvestition aller Erträge am Tage der Ertragsausschüttung unter Ausnutzung der von den einzelnen Investmentgesellschaften eingeräumten Wiederanlagerabatte.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich, daß nur die zweite Methode eine Vergleichbarkeit der Fondsergebnisse untereinander und damit ein Urteil über die Leistung eines Fonds ermöglicht; weil die relative Höhe der Ausschüttungen bei den einzelnen Fonds unterschiedlich sein kann.

Fonds, die relativ viel ausschütten, sind nach der ersten Methode einseitig benachteiligt, während sie nach der zweiten Methode gleichgestellt sind. Die in der Tabelle angegebenen Wertentwicklungsdaten basieren deshalb auf der zweiten Methode. jfr.