Unbedingt:

Copperhead: „Copperhead“; CBS S 65 715, 22,– DM

Nachdem sie schon auf Grund ihrer Live-Auftritte in der Bay Area um San Francisco seit zwei Jahren einen legendären Ruf genießen, haben Copperhead erst jetzt ihre Debüt-Platte veröffentlicht. Das Quintett um John Cipollina, den Ex-Leadgitarristen des Quicksilver Messenger Service, spielt einen zeitgenössischen „psychedelic hard rock“, der live viel Spielraum läßt für freie Improvisation, in der Studioversion allerdings eher zu konzentrierten Boogie- und Rhythm & Blues-Formen tendiert. Gitarrist Cipollina besticht durch seine weit ausholenden und trotzdem mühelos in die Arrangements und Klang-Texturen eingewobenen Soli, die ihn zum brillantesten Instrumentalisten der Gruppe machen.

Leo Kottke: „My Feet Are Smiling“; Capitol 1C 062-81 480, 22,– DM

In der ungewöhnlich häßlichen und stumpfsinnig aufgemachten Hülle steckt eine Platte, auf der sich Leo Kottke als der neben Ry Cooder virtuoseste Meister an der akustischen zwölf- und sechsseitigen Gitarre präsentiert. Im Gegensatz zu Cooder ist er weniger um ethnische Authentizität der vorgetragenen Stile – Folk und Country, Blues und Bluegrass – bemüht als vielmehr um emotionale Intensität und um schiere Virtuosität der Interpretation. Diese allerdings erschöpft sich bei ihm nie in bloßer technischer Perfektion: Stil ist hier Ausdruck der Person, die nicht ständig demonstrativ auf ihr Können hinweist, sondern sich selber durchaus auch ironisieren kann. Kottkes Songs sind Erzählungen ohne Worte.

Nach Möglichkeit:

The Rolling Stones: „Goat’s Head Soup“; Rolling Stones Records COC 59101, 22,– DM